Zetel - Qualität in den kommunalen Kindertagesstätten werde in Zetel schon immer großgeschrieben, sagte Bürgermeister Heiner Lauxtermann am Donnerstagabend bei der Sitzung des Schul-, Jugend- und Sozialausschusses. „Wir haben einen hohen Qualitätsanspruch und leben danach, doch es hat sich viel getan in den letzten Jahren“, sagte er. Im Jahr 2001 war zuletzt eine Qualitätsinitiative gestartet und eine Aufstellung der Standards gemacht worden. Doch seitdem habe es viele Entwicklungen gegeben, die jetzt berücksichtigt werden sollten.
Verhaltensauffällig
Es sollen nun neue einheitliche Qualitätsstandards festgeschrieben werden, nach denen die Kindergärten arbeiten sollen. Dafür haben sich die Politiker im Fachausschuss am Donnerstagabend einstimmig ausgesprochen. Außerdem haben sie empfohlen, der Verwaltung den Auftrag zu geben, Angebote für die Beauftragung eines externen Gutachters reinzuholen.
Bei diesen Qualitätsstandards geht es unter anderem um Fortbildungen für die Mitarbeiter. Bürgermeister Heiner Lauxtermann machte ganz deutlich, dass das auch eine Frage des Geldes ist: „Natürlich wollen wir Qualität. Aber wir halten uns dabei an die gesetzlichen Vorgaben. Mehr können wir uns gar nicht leisten.“ Damit sprach er konkret auf die Ausführungen von Elfriede Geisendorff-Mikulka an, die als Kindergartenleiterin und Vertreterin der kommunalen Kindergärten in der Gemeinde im Ausschuss gesprochen hatte.
Sie hatte eine Reihe von Aufgaben und Herausforderungen aufgeführt, denen sich die Kindergärten zu stellen haben. Dazu zählen natürlich die Themen Inklusion und Migration, aber auch die Begleitung der Eltern, die immer wichtiger werde, sowie die individuelle Förderung von (deutschen) Kindern mit Sprachförderbedarf. „Immer mehr Kinder haben medizinische Auffälligkeiten, wir haben immer mehr Wickelkinder und es werden immer häufiger Verhaltensauffälligkeiten sichtbar.“ Zudem habe die Bedeutung der Kindergärten als erste Station der frühkindlichen Bildung deutlich zugenommen.
Knappe Ressourcen
All das sei mit den vorhandenen Ressourcen nicht zu leisten. Diese und mehr Argumente, die sie vorbrachte, hatte sie schon als Verdi-Sprecherin in der Zeit des Kita-Streiks zur Sprache gebracht. Eine mögliche Ausweitung der Ressourcen – des Personals und des Geldes – sei jedoch Sache des Landes, so Lauxtermann.
Im Ausschuss war außerdem Marion Paries-Erdmann vom Landkreis Friesland zu Gast. Sie stellte den Politikern den Entwurf des „Orientierungs- und Erhebungsbogens“ für ein Gütesiegel für Kindergärten vor. Mit diesem Bogen, den Kindergärten freiwillig alle drei Jahre ausfüllen können, soll die Qualität gemessen werden. Auf der Grundlage der Angaben werde dann ein Gütesiegel vergeben – oder auch nicht. Grundsätzlich sprachen sich die Politiker dafür aus, diese Bögen, wenn sie zum Einsatz kommen, auszufüllen.
Jedoch sehe man die Vergabe eines Gütesiegels skeptisch, sagten unter anderem Bürgermeister Heiner Lauxtermann und Elfriede Geisendorff-Mikulka.
