Wie weiter mach Corona? Serie in unserer Zeitung.

Als positive Begleiterscheinung empfand ich die Rücksichtnahme unter den Menschen. Das aufmerksamere Hinschauen – was hat mein Gegenüber gerade vor? Wohin bewegt es sich? Mehr Augenkontakt zum Mitmenschen und die Wahrnehmung seines Handelns, mal ein Danke oder Bitte. Etwas mehr Geduld wurde den Menschen abverlangt, sei es beim Einkaufen an der Kasse, beim Bäcker in der Schlange vor dem Geschäft.

Ich habe nicht ein einziges Mal erleben müssen, dass jemandem der Geduldsfaden riss. Diese Umsicht würde ich mir bei den Menschen nach Corona wünschen. Diese Gelassenheit und Entspanntheit habe ich als sehr positiv empfunden. Als Angestellter im öffentlichen Dienst habe ich zum ersten Mal Erfahrung mit Homeoffice gemacht.

Je nach Tätigkeitsfeld ist das sicherlich nicht für jeden Arbeitnehmer eine Option, jedoch hat es mir gefallen. Ich würde mir wünschen, dass Arbeitnehmer, sofern es der Arbeitsbereich zulässt, die Wahl hätten, auch mal von zu Hause aus zu arbeiten. Das würde eine Menge Ressourcen schonen. Mal abgesehen von den Fahrzeiten zur Arbeit und zurück, wäre es der Umwelt zuträglich. Man könnte eventuell über ganz neue Arbeitsplatzorganisationen nachdenken (Flächenmanagement) und könnte die Vereinbarkeit von Arbeit, Freizeit und Familie optimaler gestalten.

Was mich weniger bis kaum belastet hat, ist der Verzicht auf einen Urlaub im Ausland. Hier könnte sich in der Zeit nach Corona jeder etwas zurücknehmen und versuchen, eine schöne Zeit im eigenen Land oder zu Hause zu verbringen. Muss man denn dreimal im Jahr mit dem Flieger los? Zumindest schont das schon mal die Umwelt.

Der eine oder andere hat für sich vielleicht auch eine neue Sportart gefunden. Meine subjektive Wahrnehmung war auf jeden Fall, dass sich die Menschen in dieser Zeit viel draußen an der frischen Luft bewegt haben. Soweit ganz spontan meine Gedanken zu diesem Thema.

Axel Heyne Oldenburg