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NWZonline.de Nachrichten Politik

Papst gibt Reformprozess seinen Segen

24.09.2019

Fulda Papst Franziskus hat für den Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland grünes Licht gegeben. „Es gibt kein Stoppschild aus Rom“, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Montag zu Beginn der Herbst-Vollversammlung in Fulda. Gespräche, die er vergangene Woche in Rom mit dem Papst geführt habe, seien durchweg positiv und ermutigend gewesen.

Im Mittelpunkt des Herbsttreffens der 69 Bischöfe stehen die Vorbereitungen des von der Bischofskonferenz im Frühjahr beschlossenen „synodalen Weges“. Der „synodale Weg“ befasst sich mit den Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal und soll klerikalen Machtmissbrauch, die katholische Sexualmoral und den Zölibat sowie die Rolle der Frau in der Kirche diskutieren. Der Vatikan hatte die Organisation des Reformprozesses infrage gestellt: etwa das geplante Stimmrecht für Laien sowie die Zuständigkeit der deutschen Katholiken als Teilkirche für Themen der Weltkirche.

Kardinal Marx trat dem Eindruck entgegen, die katholische Kirche in Deutschland wolle einen Sonderweg beschreiten. „Wir werden uns nicht von Rom lösen“, betonte Marx. Es handele sich bei den künftigen Beratungen um ein synodales Vorgehen und nicht um eine Partikularsynode, für die eine Genehmigung des Vatikans erforderlich sei. Marx warnte allerdings vor den „wahnsinnigen Erwartungen“, die die Öffentlichkeit an die Gespräche habe. Es gelte vor allem, ins Gespräch zu kommen und aufeinander zu hören.

Die Beratungen von katholischen Bischöfen und Vertretern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, dem höchsten Gremium katholischer Laien, sollen am 1. Advent in Frankfurt beginnen.

Seit der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie vor einem Jahr sei einiges an Aufarbeitung erfolgt, sagte Marx. Allerdings sei dies nicht überall wahrgenommen worden. Er hoffe, dass es künftig für jedes Bistum verpflichtend werde, alle zwei bis drei Jahre ein Monitoring zum Thema durchzuführen. Außerdem wird über Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie beraten, dazu gehören auch Fragen einer Neuordnung der materiellen Anerkennung erlittenen Leids. Weitere Themen sind die politischen Entwicklungen in Deutschland.

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