Wiefelstede - Die Gemeinde Wiefelstede wird sich über die Kommunale Netzbeteiligung Nordwest GmbH & Co. KG (KNN) an der EWE Netz beteiligen: Alle Fraktionen im Gemeinderat mit Ausnahme der FDP stimmten in der jüngsten Sitzung des Gremiums zu, sich schon in diesem Jahr mit zunächst maximal zwei Millionen Euro einzukaufen.
Im Gegensatz zum ursprünglichen Verwaltungsvorschlag soll das dafür notwendige Geld nun jedoch komplett über eine Kreditaufnahme bei der Kfw besorgt werden. Die Verwaltung hatte ursprünglich vorgeschlagen, 700 000 Euro aus Eigenmitteln der Gemeinde zu nehmen. Sie rechnet in ihrem Ergebnishaushalt bis 2032 jährlich mit einem Überschuss von rund 80 000 Euro aus der Beteiligung, bei der die EWE Netz – wie berichtet – bis 2028 eine jährliche Dividende von 4,75 Prozent des eingezahlten Kapitals garantiert. Das von den Kommunen in die KNN eingebrachte Kapital soll für den Ausbau der Strom- und Gasnetze verwendet werden. Mit der Beteiligung an der KNN werden die Kommunen insgesamt drei Sitze im Aufsichtsrat der EWE Netz haben.
Kämmerer Jörg Pieper hatte vor der Abstimmung erklärt, die Kreditaufnahme in Höhe von bis zu zwei Millionen Euro für die Beteiligung werde die Steuerzahler in keiner Weise belasten. CDU-Fraktionsvorsitzende Kirsten Schnörwangen lobte den nun vorgestellten, neuen Finanzierungsvorschlag für die Beteiligung, der den Handlungsspielraum der Gemeinde auch in den kommenden Jahren aufrechterhalte. Schnörwangen machte jedoch auch deutlich, dass die Beteiligung nicht so viel Geld in die Gemeindekasse bringt wie bei anderen Gemeinden oft berichtete wurde.
Gerold de Boer (Grüne) sieht das Geld für die Beteiligung als „hervorragend angelegt“ an. Der Kredit trage sich durch die garantierte Dividende quasi von selbst. Die Investition der von den Kommunen investierten Gelder in die Netze sei zudem „gut und wichtig für die Energiewende“.
Ralf Becker von der UWG betonte, dass die Gemeinde bei der Beteiligung Neuland betrete. „Sie entlastet die Bürger langfristig“, zeigte er sich dennoch überzeugt. Jörg Weden (SPD) dankte allen Fraktionen für die sachliche Diskussion zu diesem komplexen Thema.
Hartmut Bruns (FDP) sprach sich wie Fraktionskollege Karl-Heinz Würdemann gegen die Beteiligung aus. „Es bleiben Risiken. So geht die Entwicklung der Schuldzinsen mit Sicherheit nicht nach unten.“ Würdemann ergänzte: „Wenn in zehn Jahren die Zinsen steigen, dann müssen wir Geld drauflegen.“
