Wildeshausen - Er war der bekannteste Polizist in Wildeshausen: Karl-Heinz Steuer, bis Ende 2013 Kontaktbeamter in der Kreisstadt. Auf einen Nachfolger des pensionierten Polizisten warten die Bürger noch immer und werden es weiter tun müssen; denn einen neuen Kontaktbeamten wird es erst einmal nicht geben, wie der stellvertretende Leiter des Polizeikommissariats Wildeshausen, Harald Theile, der NWZ sagte. „Die Aufgaben für die Polizei werden mehr, wir müssen Schwerpunkte setzten.“
Fußstreifen habe es im Wildeshauser Zentrum immer gegeben und werde es auch weiterhin geben. „Die Personalsituation im Streifendienst ist so eng ausgelegt, dass wir niemanden abziehen und als Kontaktbeamten abstellen können, erklärte Theile, der auch Leiter des Einsatz- und Streifendienstes ist. Jede Schicht setze aber in Abwägung des Arbeitsaufkommens Fußstreifen ein. Zum Wochenmarkt sei donnerstags in der Regel eine Fußstreife unterwegs, auch am kommenden Wochenende beim Herbstmarkt werde es Fußstreifen geben.
Nach Ansicht von Theile ist nicht jeder Kollege als Kontaktbeamter geeignet. Ideal sei ein kommunikationsfreudiger Polizist, der am Ort wohnt und die Begebenheiten kennt. „Ein Kontaktbeamter soll Vertrauen schaffen und das Sicherheitsgefühl der Bürger durch seine tägliche Präsenz stärken“, erklärte Theile, der seit 40 Jahren Polizist ist. Der Kontaktbeamte sei nicht primär dafür da, Knöllchen zu verteilen. Für den ruhenden Verkehr sei die Stadt zuständig. „Selbstverständlich würde ein Kontaktbeamter bei gravierenden Verstößen auch eingreifen“, so Theile. Er lehnt es ab, die Stelle zu institutionalisieren, nur damit es sie gibt. Solch eine Aufgabe müsse freiwillig und mit Freude angenommen werden.
Theile ist überzeugt davon, dass Wildeshausen grundsätzlich gut versorgt sei. Das Polizeikommissariat sei rund um die Uhr besetzt. Von Wildeshausen aus würde sich der Einsatz- und Streifendienst auch um die umliegenden Kommunen wie Dötlingen und Harpstedt kümmern.
