Dresden - Eine bei einer Pegida-Demonstration („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) am Montag in Dresden zur Schau gestellte Galgenattrappe für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihren Vize Sigmar Gabriel (SPD) hat ein juristisches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten.

Der Konstrukteur beziehungsweise Träger des über einen Meter großen und mit dem Wort „Volksverräter“ beschrifteten Holzgestells sei noch nicht identifiziert, sagte Staatsanwalt Jan Hille. Auf die zur Last gelegten Taten stünden Geld- oder Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

Der Gründer und Chef des fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bündnisses, Lutz Bachmann, bezeichnete die Berichterstattung über den Galgen als „unfassbare Übertreibung“ der „Lügenpresse“ und schrieb auf seiner Facebook-Seite von „lächerlichen Bastelarbeiten mit Schreibfehlern“. Auf dem Schild steht „Siegmar“. Der gemeinte Sigmar Gabriel schreibt sich aber nicht mit „ie“.

Merkel persönlich will nicht gegen den oder die Urheber vorgehen. Weitere Schritte von Seiten des Kanzleramtes seien nicht geplant, sagte eine Sprecherin.