Ganderkesee - Eigentlich hatte das Thema gar nicht auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses gestanden – doch die Betroffenen machten es zum inoffiziellen Tagesordnungspunkt: die Zukunft des Ganderkeseer Freiwilligenforums „Mach mit“. Zahlreiche ehrenamtliche Seniorenbegleiter und Wohnberater waren mit der Hoffnung gekommen, Klarheit zu gewinnen.
Ein großer Teil der rund 20 Seniorenbegleiter und sechs Wohnberater befürcht, dass die Aufgabenfelder von „Mach mit“ an den Wildeshauser Verein „Misch mit!“ übertragen werden könnten, wenn am 6. Dezember Christa Wachtendorf, im Rathaus die langjährige Koordinatorin des Ganderkeseer Freiwilligenforums, in den Ruhestand verabschiedet wird. „Misch mit!“ ist bereits in fünf Kommunen im Landkreis vertreten.
Die Ehrenamtlichen von „Mach mit“, zu denen auch noch rund 40 Lesepaten und einige andere zählen, etwa die Fahrer des Bürgerautos, äußerten in der Einwohnerfragestunde die Sorge, künftig keinen ständigen Ansprechpartner mehr vor Ort zu haben. „Wir brauchen einfach eine Anlaufstelle, zu der wir Vertrauen haben und die auch das Vertrauen der Betreuten genießt“, sagte Jürgen Lüdtke, langjähriger Seniorenbegleiter und Wohnberater, am Rande der Ausschusssitzung.
Die Ehrenamtlichen befürchten auch, dass die Qualität ihrer Arbeit leiden könnte. Bislang seien die Gruppen regelmäßig zum Erfahrungsaustausch zusammengekommen, um im geschützten Raum über ihre Sorgen und Nöte sprechen zu können, erklärte Lüdtke. Schwer vorstellbar sei auch, auf die Fortbildungen verzichten zu müssen, die Christa Wachtendorf regelmäßig organisiert hatte. Besonders ärgert die Ehrenamtlichen, dass sie im Unklaren gelassen werden, wie es weitergeht. Bislang stünden nur „Gerüchte und Halbaussagen“ im Raum, so Lüdtke.
Er betonte: „Die Mehrheit der Seniorenbegleiter und Wohnberater hätte es lieber, wenn die Freiwilligenarbeit weiterhin im Ganderkeseer Rathaus angesiedelt wäre.“ Eine Kollegin stellte gar die Fortführung ihres Engagements infrage, falls „Mach mit“ ausgelagert würde.
Einen konkreten Verwaltungsvorschlag, wie die Arbeit der Ehrenamtlichen künftig organisiert werden soll, gibt es laut Erstem Gemeinderat Matthias Meyer noch nicht. Man wolle nichts verschlechtern, versicherte er, sondern die Freiwilligenarbeit gegebenenfalls breiter aufstellen. Für kommende Woche sei ein Gespräch mit Vertretern des Vereins „Misch mit!“ angesetzt.
