GANDERKESEE - GANDERKESEE - Gravierende Nachteile für Schüler und Eltern befürchtet die Ganderkeseer SPD-Fraktion, wenn die Überlegungen für ein Fachgymnasium in Wildeshausen in die Tat umgesetzt werden. Fraktions-Chef Hans Mestemacher machte jetzt unzweideutig klar, dass Ganderkesees Sozialdemokraten bei einer Änderung der Schuleinzugsbereiche nicht mitspielen würden. Mit anderen Worten: Schülerinnen und Schüler aus Ganderkesee sollen „weiterhin die Fachgymnasien aller Richtungen in Delmenhorst besuchen“ – und nicht ins weiter entfernte Wildeshausen reisen.
Zugleich forderte Mestemacher in einem Antrag an die Gemeinde nähere Informationen. Die Verwaltung solle bei der nächsten Sitzung des Ganderkeseer Schulausschusses über den Planungsstand für ein neues Fachgymnasium berichten, schrieb er an Bürgermeister Gerold Sprung. „Wichtig wären auch Informationen über die Folgen für Ganderkeseer Schüler, die Frage der Schuleinzugsbereiche und Kostenfragen.“
Auch solle die Verwaltung die Folgen und Auswirkungen auf die Kreisfinanzen darstellen. Dabei seien beide zurzeit diskutierten Denkmodelle zu berücksichtigen: zum einen ohne Änderung der Schuleinzugsbereiche – zum anderen mit (das heißt, dass auch Schüler aus den Gemeinden Ganderkesee, Hude, Hatten und Wardenburg nach Wildeshausen müssten).
Die SPD-Fraktion, so sagte Mestemacher, sei nicht generell gegen Pläne, den Standort des Berufsbildungszentrums in Wildeshausen zu stärken. Aber: Die in den Diskussionen genannten Einsparungen von 350 000 Euro an Gastschulgeld seien nur dann zu erwarten, wenn alle Schüler aus dem Landkreis in Wildeshausen unterrichtet würden. „Im anderen Fall kommen zusätzliche Mehrbelastungen auf den Kreishaushalt zu.“
Weniger moderat drückte sich der Heider SPD-Ratsherr Heinz-Peter Häger aus: „Sehr fragwürdig“ sei der Vorschlag aus Wildeshausen. Häger sprach in diesem Zusammenhang von einer „unsinnigen Politik der unnötigen Fahrten“. Es gelte Rücksicht zu nehmen auf Schüler speziell aus dem Ostbereich der Gemeinde Ganderkesee – die würden womöglich am Schulstandort Delmenhorst vorbei fahren, um nach Wildeshausen zu kommen.
Zudem müssten die Eltern, deren Kinder die Sekundarstufe II besuchen, auch noch das Fahrgeld für den Schulbus zahlen.
