GANDERKESEE - Delmenhorst? Nein Danke! Für eine Fusion mit der Delmestadt steht der Landkreis Oldenburg „nicht zur Verfügung“ – das hat der Kreistag am Dienstagabend bei seiner Sitzung im Ganderkeseer Rathaus einstimmig und unmissverständlich beschlossen.
Dass der Gutachter Joachim-Jens Hesse die Fusion empfiehlt und in seiner Bestandsanalyse der kommunalen Strukturen in Niedersachsen zu der Erkenntnis gelangt, der Landkreis sei „stabilisierungsbedürftig“, stößt bei Politik und Verwaltung im Kreis auf allergrößtes Unverständnis. „Sehr befremdlich“ nannte Erster Kreisrat Carsten Harings Hesses Einschätzungen in einem Schreiben an Landesinnenminister Uwe Schünemann. Landrat Frank Eger mutmaßte in der Sitzung gar, „hier wurde ein Ergebnis vorgegeben, dass durch das Gutachten untermauert werden musste.“ Hesses Arbeit, so Eger, „strotzt vor Ungenauigkeiten und Unzulänglichkeiten.“
Die Ablehnung des Hesse-Gutachtens fiel einmütig aus. Die Fraktionschefs Ernst-August Bode (FDP) und Hans-H. Hubmann (CDU) verwiesen unter anderem auf die negativen Erfahrungen bei der Fusion von Stadt und Landkreis Hannover: Statt Einsparungen entstünden in der Region jährliche Mehrkosten von mehr als 100 Millionen Euro. Für Axel Brammer (SPD) sollte das Hesse-Gutachten „sofort eingestampft werden“.
Zu Beginn der Sitzung gedachte der Kreistag seines am 26. Juni verstorbenen Mitglieds Johannes Mestemacher. Landrat Eger würdigte die Verdienste des Ganderkeseers. Als Nachrückerin wurde Erika Schröter aus Ganderkesee verpflichtet.
