GANDERKESEE - Beifall von ungewohnter Seite hat Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas am Donnerstag für einen Beschwerde-Brief bekommen: Die Rathaus-Chefin hatte sich bei Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) über das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg beklagt – wegen mangelnder Unterstützung. „Wir begrüßen das Vorgehen außerordentlich“, lobte Arnold Hansen von den Freien Wählern (FW) Ganderkesee.

Der Hintergrund der Beschwerde: Die Gemeinde, zuständig für die Entwässerung, stellte im Bereich Handelsstraße Belastungen im Oberflächenwasser fest. Bei der Suche nach der Ursache, so der Erste Gemeinderat Rainer Lange, sei man auf das Gewerbeaufsichtsamt angewiesen, um zu erfahren, ob die Verschmutzung aus Betrieben kommt oder nicht. Doch die Behörde lasse die erhoffte Unterstützung vermissen. „Seit Jahren“ gehe das so. Die Brisanz, die das Thema hier habe, werde in Oldenburg offenbar nicht erkannt.

Die Freien Wähler fühlen sich durch den Beschwerde-Brief bestätigt: „Wir haben immer wieder auf die scheinbare Untätigkeit des Gewerbeaufsichtsamtes gegenüber dem potenziellen Verursacher hingewiesen“, sagte Hansen. Den Freien Wählern gehe es nicht primär um Schuldzuweisung, ergänzte FW-Fraktionschef Otto Sackmann. Sondern um die Frage, „wie wir gemeinsam mit der Gewerbeaufsicht eine Überwachung und Durchsetzung der gesetzlichen Anforderungen in Sinne der betroffenen Anwohner hinbekommen“.

Wer zum Beispiel sonntags entlang der Bergedorfer Straße radele, der könne den „übel stinkenden Geruch aus dem Kanalsystem in Höhe der Industriebetriebe an der Handelsstraße selbst erfahren“. Der Geruch erinnere an ätzende Säure und erzeuge Übelkeit. Beschwerden hierüber habe das Gewerbeaufsichtsamt „stets als unbegründet abgetan“. Offenbar sei etwas im Kanal, was da nicht hingehöre. Das müsse überprüft werden.