GANDERKESEE/HUDE - Das Tauziehen um den Standort eines Pflegestützpunktes im Landkreis Oldenburg geht weiter. Nachdem es zunächst breite politische Rückendeckung für Ganderkesee gegeben hatte, hat der Meinungsumschwung bei der CDU-Kreistagsfraktion zugunsten des Kreishauses in Wildeshausen die Standortdebatte neu belebt.

VdK für Ganderkesee

Nach dem Kreisbehindertenrat und dem Arbeitskreis der Selbsthilfe- und Initiativgruppen in der Gemeinde Ganderkesee (A.S.G.) hat sich nun auch der VdK Hude-Bookholzberg in die Diskussion eingeschaltet. In Hude und Ganderkesee lebten mehr als 12 000 Menschen, die älter als 60 Jahre sind, argumentiert der örtliche VdK-Vorsitzende Gerhard Schneider.

Nachfrage entscheidend Eine Einrichtung, zu deren Aufgaben die unabhängige Beratung in Sachen Pflegeleistungen gehört, sei dort gut aufgehoben, wo es die meisten potenziellen „Kunden“ gibt. „Behinderte haben nicht immer die Möglichkeit, nach Wildeshausen zu kommen. Vielleicht sollten dies die Politikerinnen und Politiker einmal selbst testen“, heißt es in der Stellungnahme, die auch von Schriftführerin Sabine Weiß unterzeichnet ist. Das Argument der Kreisverwaltung, im Kreishaus seien viele Behörden unter einem Dach versammelt, so dass viele Fragen gleich vor Ort geklärt werden können, sei wenig stichhaltig. Schließlich gebe es ja Telefon- und Internetverbindungen.

Politische Angelegenheit

Ähnlich hat sich auch die Ganderkeseer SPD-Gemeinderatsfraktion geäußert. Es sei zudem die Frage, warum das Argument der Behördennähe aus dem Hut gezaubert werde, nachdem das Senioren-Service-Büro in Wardenburg eröffnet worden ist, fernab des Kreishauses. Selbsthilfegruppen, ehrenamtlich Tätige, Behindertenbeauftragte und Pflegeeinrichtungen, die die Kreisverwaltung für den Standort Wildeshausen reklamiere, gebe es auch in Ganderkesee. „Die Frage des Standortes ist eine politische Angelegenheit“, unterstrich der Pressesprecher der Fraktion, Johannes Mestemacher.

Vorgabe der Kassen

Bei der politischen Entscheidung müsse berücksichtigt werden, dass Pflege- und Krankenkassen eine wohnortnahe Beratung, Versorgung und Betreuung ihrer Versicherten gewährleisten sollen, fordert Uwe Lisson, Pressesprecher der Lotsen für pflegende Angehörige. Für diesen Fall geht an dem Standort Ganderkesee dann kein Weg vorbei.