GANDERKESEE - Wenn Reinhard Arndt an seine Anfänge als Pastor zurückdenkt, dann kann er sich an eine mehr als 50-prozentige Wahlbeteiligung bei der Gemeindekirchenratswahl erinnern. Im Ammerland war das damals noch, „und es war gleichzeitig Bundestagswahl“, erzählte der scheidende Vorsitzende des Ganderkeseer Gemeindekirchenrates am Sonntag. „Da brauchten die Leute nur schnell ein Kreuz mehr zu machen.“

Am 18. März wird kein Bundestag gewählt, deshalb rechnet Arndt bei der Bestimmung der Mitglieder für den neuen Gemeindekirchenrat in Ganderkesee mit einer deutlich geringeren Beteiligung. Beim letzten Mal, 2006, lag sie bei ungefähr 15 Prozent. Aber unter dem Motto „Gemeinde stark machen“ unternimmt die Kirche allerhand, um den Anlass ins Bewusstsein der rund 7000 Wahlberechtigten zu rücken.

Zum Beispiel am Sonntag nach dem Gottesdienst: Neun der zehn Kandidaten aus dem Wahlbezirk 1, der die drei Pfarrbezirke von St. Cyprian und Cornelius umfasst, stellten sich der Gemeinde und der Presse vor. Und sie ließen erkennen: Alle sind hochmotiviert. „Nur von außen zu meckern, geht nicht“, meinte zum Beispiel Erich Kurzawski (64), „ich möchte selber mitgestalten.“ Und Helmut Hees (72), ein weiterer Kandidat, wandelte den berühmten Kennedy-Ausspruch ab: „Ich frage nicht, was die Kirche für mich tut, sondern was ich für die Kirche tun kann.“

Hees gehört ebenso wie Konrad Horstmann (67), Gerd Logemann (61), Klaus Schramm (72) und Helge Treiber (47) bereits jetzt dem Gemeindekirchenrat an. Neu kandidieren neben Kurzawski noch Rike Hollmann (39), Karsten Kruse (36), Friedemann Schötten (68) und Andrea Hönerloh (48), die ihren Ansporn so beschrieb: „Ich finde diese Gemeinde toll.“

Für diese zehn Kandidaten stehen acht Plätze im Gemeindekirchenrat zur Verfügung, dazu kommen je drei aus den Wahlbezirken Bookholzberg und Stenum – deren Kandidaten werden sich ebenfalls noch öffentlich präsentieren.

Gewählt werden kann am Sonntag, 18. März, von 11 bis 18 Uhr im Gemeindehaus in Ganderkesee, dem Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Bookholzberg und dem Stenumer Timotheushaus. Wer an dem Tag verhindert ist, kann im Kirchenbüro (Telefon  04222/ 94 200) Briefwahlunterlagen beantragen. Wählen dürfen Gemeindemitglieder ab 18 Jahre, die seit mindestens drei Monaten in Ganderkesee leben – in diesem Punkt zumindest gleicht der Urnengang wieder der Bundestagswahl.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)