GANDERKESEE - Die Anzahl der Ehrenratsmitglieder der Gemeinde Ganderkesee ist am Mittwoch um 50 Prozent angewachsen. Neben Heide Beier, Adolf Meyer, Werner Voth und Bernhard Schwarting tragen nun vier weitere ehemalige Ratsherren den Titel: Heiko Ahlers, Dieter Osterloh, Hans-H. Hubmann und Werner Fleischer.
In einer Feierstunde an der langjährigen Wirkungsstätte, dem Ratssaal, überreichte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas den ehemaligen Kommunalpolitikern im Beisein ihrer Ehefrauen, der stellvertretenden Bürgermeisterinnen, der Fraktionsvorsitzenden sowie der bisherigen Ehrenratsmitglieder Urkunden und Präsente, nachdem in einer Schweigeminute des verstorbenen Weggefährten Hans-Christian Schack gedacht worden war.
„Euch eint, dass ihr alle immer ansprechbar wart und stets ein offenes Ohr für die Belange der Bürger hattet“, blickte Gerken-Klaas zurück. Der hohe Bekanntheitsgrad der vier ehemaligen CDU-Ratsherren sei ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der kommunalpolitischen Arbeit. „Politik braucht nicht Programme, sondern Gesichter – das wart ihr!“
Heiko Ahlers hatte sich sieben Wahlperioden lang, von 1976 bis 2011, in der Ratsarbeit engagiert. Vor allem die Landwirte im Norden der Gemeinde hätten bei ihm immer Gehör gefunden, so Gerken-Klaas. Seine politischen Schwerpunkte hatte Ahlers in den Bereichen Natur, Straßen- und Wegebau und Gemeindeentwicklung.
Das Hauptaugenmerk von Werner Fleischer indes war auf die Finanzen der Gemeinde gerichtet. Der gelernte Kaufmann hatte verschiedene Ausschüsse geleitet und stets über die Gemeindegrenzen hinausgeschaut, wie die Bürgermeisterin zusammenfasste. Sie werde Fleischer als Ratsherrn in Erinnerung behalten, der mit einer „gewissen Portion Schlitzohrigkeit“ immer nach Möglichkeiten gesucht habe, scheinbar Unmögliches möglich zu machen.
Als „besondere Ehre“ bezeichnete Gerken-Klaas die Verleihung des Titels an Hans-H. Hubmann. Schließlich sei es Hubmann gewesen, der ihr zusammen mit Marion Daniel, Fraktionschefin der Ganderkeseer FDP, zu ihrer Bürgermeister-Kandidatur geraten habe. „Ganderkesee trägt deine politische Handschrift“, so die Bürgermeisterin an den ehemaligen Ratsvorsitzenden gewandt. Zu Hubmanns großen persönlichen Stärken habe stets seine Kompromissfähigkeit gezählt.
Dieter Osterloh hat den Gemeinderat wie Heiko Ahlers nach 35 Jahren verlassen. Er habe – als Gegenpol zu Werner Fleischer, der auch einmal „auf den Tisch gehauen“ habe – durch seine Freundlichkeit vor allem ausgleichend auf andere gewirkt, bilanzierte Gerken-Klaas. Seine politischen Schwerpunkte habe Osterloh in der Landwirtschaft und dem Straßen- und Wegebau gehabt.
Gänzlich aus der Politik zurückziehen werden sich die ehemaligen Ratsherren auch künftig nicht: Auf Vorschlag von Hans-H. Hubmann wird ein jährliches Treffen der Ehrenratsmitglieder initiiert, bei dem verschiedene, die Gemeinde betreffende Themen diskutiert werden sollen.
