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Landtagswahl Wo es auf jede Stimme ankommt

Ganderkesee - Ja, früher ging das noch: „Da wurde in der Gaststätte gewählt, und ständig bekamen die Wahlhelfer einen ausgegeben“, erinnert sich Eltje Fricke. Dass es dann bei der Auszählung der Stimmen manchmal hepp und schepp ging – kein Wunder. Aber das ist lange her.

Damals ging Eltje Fricke nur zum Wählen ins Wahllokal, das wirklich noch ein Lokal war, und danach wieder nach Hause. Heute verbringt sie sehr viel mehr Zeit im Wahllokal, das längst keine Gaststätte mehr ist: acht Stunden und mehr – je nachdem, wie schnell die Auszählung geht.

Eltje Fricke ist eine von 265 Wahlhelferinnen und Wahlhelfern in der Gemeinde Ganderkesee – und mit 81 Jahren eine der ältesten. Seit wann sie schon den ehrenamtlichen Dienst an der Wahlurne im Haus Müller versieht, weiß die Ganderkeseerin selbst nicht mehr genau. Es waren jedenfalls etliche Wahlen. Sie hilft dabei gern, „denn mir ist es wichtig, etwas für die Allgemeinheit zu tun“, sagt Fricke, die sich auch in anderen Funktionen ehrenamtlich engagiert – vor allem in der Legasthenie-Hilfe.

Wut auf Wahlzetteln

Ihr Platz im Haus Müller ist immer an der Wahlurne. „Ich achte darauf, dass die Wahlzettel richtig gefaltet werden“, erklärt sie. „Denn wir müssen sie ja hinterher wieder auseinanderfalten.“ Dabei erlebt Eltje Fricke immer wieder Erstaunliches. „Es gibt Wähler, die lassen ihren Ärger über die Politik am Wahlzettel aus“, erzählt sie. „Da sind dann Schmierereien und Schimpfwörter drauf.“ Diese Zettel sind natürlich ungültig – über andere, auf denen vielleicht außer zwei Kreuzen noch ein unfreiwilliger Kugelschreiber-Strich zu sehen ist, wird schon mal länger diskutiert in der Wahlhelfer-Runde: Kann man das noch gelten lassen oder nicht?

Auch wenn sie noch so konzentriert zählen – manchmal passieren Fehler. So wie bei der Bundestagswahl vor drei Wochen: Da waren 895 Wählerinnen und Wähler im Wahllokal registriert worden – gezählt wurden aber 896 Stimmzettel. Also noch mal von vorn zählen! Beim zweiten Mal passten die Zahlen überein: 895 hatten gewählt. So eine Nachprüfung komme schon mal vor, so Fricke.

Lieber genau als schnell

Das Haus Müller ist das Wahllokal für den größten Stimmbezirk in der Gemeinde: Mehr als 1400 Ganderkeseer dürfen hier wählen. Folglich dauert es auch ohne zweite Zählung meist länger als anderswo, bis das Ergebnis feststeht. Genauigkeit gehe immer vor Schnelligkeit, betont die Wahlhelferin. Wenn das Ergebnis dann durchtelefoniert und die Wahlniederschrift erstellt ist, werden Urne, Stimmzettel und alle Unterlagen zusammengepackt und vom Wahlvorstand zum Rathaus gebracht. Eltje Fricke geht dann nach Hause. Bis zum nächsten Mal.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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