GANDERKESEE - Das Ganderkeseer Jugendparlament ist der Kinderstube entwachsen und mitten in der Pubertät. Sturm und Drang stehen jetzt auf der Tagesordnung.

Die beiden Vorsitzenden Solveig Backhaus und Philipp Glahe streben nicht weniger als eine Reform der Einrichtung an: Die Loslösung vom Schulzentrum und die Neustrukturierung des Jugendparlaments lauten ihre Ziele.

Eingeläutet wurde der Kurswechsel mit der jüngsten Sitzung im Rathaus. „Die Gleichung ,Jugendparlament gleich Schule gleich doof‘ darf es nicht mehr geben“, so Philipp Glahe bissig. Viele sehen die Einrichtung bisher als reine Schulsache.

Der frische Wind kam auch in Form von neuen Mitgliedern, die ganz neue Schwerpunkte aufzeigten. Reni Kretzschmar aus der achten Klasse der Förderschule war zum ersten Mal dabei. Ihre Forderung: „Das größte Problem ist die Gewalt. Alkohol- und Drogenkonsum nehmen zu. Das müssen wir ändern“.

Im Vorfeld der Sitzung hatten die beiden Vorsitzenden aktiv Mitgliederwerbung betrieben und hunderte von Flyern überall in der Gemeinde verteilt – offensichtlich mit Erfolg.

Am Montag trugen die jungen Leute ihre Anliegen zusammen. Konkret fordern sie für Ganderkesee eine Tanzschule oder eine Disco. „Ein besseres Ganderkesee“, so einer der ambitionierten Wünsche. Die Neustrukturierung sieht vor, Arbeitsgruppen zu bestimmten Themen bilden. „Wir würden in Zukunft auch gerne Mitglieder zu Rats- oder Ausschusssitzungen schicken“, erklärte Solveig Backhaus.