GANDERKESEE - Die Rentnerinnen und Rentner Partei (RRP) sucht nach einem neuen Namen. Der Name verenge das Tätigkeitsfeld zu sehr auf Anliegen der älteren Generation, meinte der Kreisvorsitzende Harry Kowitz, der sowohl Delmenhorst als auch den Landkreis Oldenburg vertritt, auf einer Info-Veranstaltung in Ganderkesee, an der auch der Landesvorsitzende Bernd Wald teilnahm.
Es gibt in der RRP aber auch Stimmen, die darauf hinweisen, dass die Bezeichnung mittlerweile einen gewissen Bekanntheitsgrad habe, der nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden dürfe. Außerdem trage die RRP den Zusatz „Partei der Generationen“. Eine Entscheidung, darüber waren sich Wald und Kowitz einig, solle auf keinen Fall vor der Kommunalwahl fallen.
In Ganderkesee wird die RRP nicht bei der Kommunalwahl antreten, teilte Kowitz am Rande der Veranstaltung mit. Der Kandidat, der bereits nominiert worden war, habe aus gesundheitlichen Gründen seinen Verzicht erklärt. Ersatz sei nicht in Sicht. Die Partei verfügt in Delmenhorst und Ganderkesee über 21 Mitglieder, im Landkreis Oldenburg sind es 36. Da es sich durchweg um ältere Mitglieder handelt, gebe es eine gewisse Scheu, sich über einen Zeitraum von fünf Jahren in die kommunalpolitische Arbeit einbinden zu lassen, räumte Kowitz ein.
Die hiesigen Kreisverbände werden durch drei Delegierte auf dem Landesparteitag vertreten, der an diesem Sonnabend, 30. April, in Rotenburg/Wümme stattfindet. Sie werden dort unter anderem beantragen, Frauen mehr in den Fokus der Partei zu rücken, kündigte Kowitz an. Außerdem müsse der Rentenanteil, den eine Witwe von ihrem verschiedenen Ehemann erhält, von 55 wieder auf 60 Prozent erhöht werden.
Die Rentenerhöhung im Juli um 0,99 Prozent sei insgesamt kläglich. „Was sie speziell Frauen bringt, ist marginal“, unterstrich Kowitz. Es sei endlich Zeit, Frauen und Männer gleich zu bezahlen, damit sie auch im Alter ihr Auskommen haben. Eine Quotenregelung hingegen sei „schwachsinnig“.
Bildung, Rente und Gesundheit sollen auch künftig die Hauptsäulen der inhaltlichen Parteiarbeit sein. Allerdings, so Kowitz, sollte sich die RRP thematisch öffnen. Ansatzpunkte gebe es beispielsweise in der Energiepolitik. Die Partei könnte sich dabei als Atomgegnerin profilieren.
