GANDERKESEE - Die Würfel sind gefallen für die Sanierung des Ganderkeseer Freibades: In geheimer Abstimmung sprachen sich 22 von 37 Ratsmitgliedern am Donnerstagabend für die „große Lösung“ samt Sauna- und Gastronomiebetrieb aus – 15 stimmten dagegen.
Nach jahrelanger Diskussion kann damit jetzt die Planung für das Projekt in Auftrag gegeben werden – als Grundlage dienen die Entwürfe des Architektenbüros Geising & Böker (Vechta). Der Neubau des Umkleidetraktes, dem alle Fraktionen geschlossen zustimmten, sowie die Errichtung des Sauna- und Gastro-Bereiches sollen in einem Bauabschnitt erfolgen. Die Fertigstellung ist für 2012 vorgesehen.
Ein letztes Mal markierten die verschiedenen Lager am Donnerstag ihre Positionen in dieser „Glaubensfrage“, wie Dietmar Mietrach (CDU) die in seiner Fraktion bis zuletzt umstrittene Entscheidung erneut nannte. Das mochte SPD-Fraktionschef Werner Brakmann indes nicht hören: „Wenn Fachleute Prognosen abgeben, ist das für uns keine Glaubensfrage, sondern so gut wie Fakt!“ Experten zu vertrauen, die auch andernorts nicht daneben gelegen hätten, bat Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas ebenfalls.
Bis zu 40 000 potenzielle Besucher pro Jahr sieht Gutachterin Kim Adam für Sauna- und Wellnessangebote in Ganderkesee. Nach der jüngsten Kostenschätzung (3,86 Mio. Euro für die große Lösung/1,76 Mio. Euro Mehrausgaben gegenüber der kleinen Variante) brauche die Gemeinde aber nur rund 26 000 Sauna-Gäste, 76 pro Tag, um eine „schwarze Null“ zu schreiben, rechnete die Bürgermeisterin vor. Sie erwarte jedoch mehr, so dass Gewinne erzielt würden, mit denen das Defizit des reinen Freibad-Betriebes zu reduzieren sei. Darauf setzen auch die Grünen: „Investitionen kosten Geld – nicht zu investieren, kann noch teurer werden“, sagte ihr Sprecher Oscar von Ewald.
Große Lösung – große Risiken: Das bleibt hingegen die Position von FDP und Freien Wählern/UWG. „Wir können keine Marktlücke erkennen“, zweifelte die Liberale Marion Daniel mit Blick auf das schon vorhandene Sauna- und Wellnessangebot in der Region die erhofften Gewinne an. Und: „Die finanzielle Lage der Gemeinde lässt keinen Spielraum für Risiken.“
Den Prognosen der Gutachterin misstraut die UWG. Zudem warnte ihr Fraktionschef Peter Schierloh vor einer möglichen zeitlichen Streckung bei der Abschreibung der Investitionen: „Dann belasten wir mit dieser Entscheidung noch unsere Enkelkinder.“
