GANDERKESEE - Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat unter Ganderkeseer Politikern unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Der SPD-Vorsitzende Andreas Kowitz bedauerte den Verlust eines politischen Talents. „Es gibt andere, die waren Steinewerfer und sind Außenminister geworden“, ließ Kowitz durchblicken, dass aus seiner Sicht der Rücktritt nicht zwingend war.
Der Vorsitzende der CDU-Gemeinderatsfraktion, Dietmar Mietrach, hingegen betonte, es sei richtig, dass der Minister „die Reißleine gezogen“ habe. Wer selbst Anforderungen stelle, müsse ihnen als erster genügen. Leider hätten CDU und CSU einen Hoffnungsträger verloren. Auch der Ratsvorsitzende Hans-H. Hubmann (CDU) sagte, der Rücktritt sei vorhersehbar und längst fällig gewesen.
Der Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Ansgar Focke sagte, die Plagiatsvorwürfe seien sicherlich „der gesuchte Anlass gewesen, um einen so beliebten Politiker wie zu Guttenberg zu beschädigen“. Er befürchte, dass durch den Umgang mit zu Guttenberg die Politikverdrossenheit steige. „Karl-Theodor zu Guttenberg war bei den Bürger so beliebt, nicht weil er einen Doktortitel hatte, sondern weil er ein Politiker ist, der Entscheidungen fällt und durchsetzt und sich nicht in endlose Debatten verliert über das, was alles nicht geht in diesem Land.“
Christian Dürr, Chef der FDP-Landtagsfraktion und stellvertretender Vorsitzender der Ganderkeseer Liberalen, sagte, am Ende sei es ein richtiger Schritt gewesen. Auch wenn er als Minister gute Arbeit geleistet habe, müsse ein Politiker für sein gesamtes Handeln die Verantwortung übernehmen.
Kay Sachse, Schriftführer der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik und Oberstleutnant a.D. mit 30-jähriger Berufserfahrung, sprach vom „Schicksal eines Wolkenstürmers“. Mindestens bis zur Landtagswahl in Baden-Württemberg hätte sich zu Guttenberg weiter der Vorwürfe erwehren müssen. Von den Soldaten sei der Minister regelrecht verehrt worden. „Sie haben an der Spitze des Ministeriums einen guten Kameraden verloren.“
