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Schwanenteich In Rethorn Anlieger wollen endlich Taten sehen

Ganderkesee - In einem Punkt sind sich alle einig: Bei den Rethorner Seen muss etwas passieren. Wie genau aber das weitere Vorgehen aussehen soll, um die Verunreinigung des Kamerner Sees und des so genannten Schwanenteichs einzudämmen, darüber wurde am Mittwochabend im Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz intensiv diskutiert.

Das sagen die Anlieger

Mehrere Anlieger des (privaten) Schwanenteichs, die seit Längerem über Gestank und Verschmutzung ihres Teiches klagen und Rückstände aus der Landwirtschaft dafür verantwortlich machen, meldeten sich in der Ausschusssitzung zu Wort. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass Einträge aus der Kamerner Bäke in den Schwanenteich fließen und Unrat auf den Grundstücken lande, wetterte eine Anliegerin.

Die Bürger beklagten in der Einwohnerfragestunde unter anderem, von der Ortsbegehung der Gemeinde mit einer Vertreterin des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ausgeschlossen worden zu sein. Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung, widersprach dem Vorwurf, dass den Anliegern die Teilnahme verboten worden sei. Die Ergebnisse des Termins seien im Rathaus einsehbar.

Die Anlieger monierten zudem eine fehlende Dialogbereitschaft seitens der Gemeinde. Ein Gesprächstermin ist bislang nicht angesetzt.

Die Bewohner der Teichgrundstücke fordern, die Kamerner Bäke um ihren See herumzuleiten. Ein Absinken des Wasserstandes fürchten sie nicht, da Pumpen eine Wasserzirkulation mit dem deutlich größeren Kamerner See sicherstellten, wie Anlieger Markus Haferkorn erklärte.

Das sagt die Verwaltung

Peter Meyer stellte in der Sitzung das Ergebnis der Begehung des NLWKN am 5. November 2018 und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen vor. Fraglich ist aus Sicht der Verwaltung, ob eine Entfernung des Schlamms aus dem Schwanenteich die richtige Maßnahme sei.

Befürwortet wird seitens der Gemeinde, wie auch vom NLWKN und der Unteren Wasserbehörde des Landkreises, die Errichtung eines Sandfangs am Oberlauf der Kamerner Bäke. Dieser werde die Sandfracht eindämmen, nicht aber die Einleitung flüssiger Stoffe in die Seen, betonte Meyer. Noch nicht geklärt sei, ob die Grundstückseigentümer die für den Neubau erforderlichen Flächen zur Verfügung stellen.

Die von den Anliegern favorisierte Umleitung der Bäke hält die Gemeindeverwaltung für schädlich für das Gesamtsystem der Seen. Sie befürchtet ein Absinken der Wasserstände.

Die Verwaltung schlägt für das laufende Jahr ein intensives Monitoring am Kamerner See und am Schwanenteich vor. Auch die Kamerner Bäke soll ein Jahr lang monatlich beprobt werden. Vorgesehen ist, dass anhand der gewonnenen Daten ein Maßnahmenkatalog erstellt wird. Das NLWKN hat für Analyse und Gutachten 30.000 Euro angesetzt. Im nächsten Schritt ist laut Meyer geplant, Angebote für die Analytik einzuholen und anschließend den Auftrag zu vergeben. Wer die Kosten trägt, ist bislang offen.

Das sagt die Politik

Die Kostenschätzung sorgte am Mittwoch für Diskussionen zwischen den Fraktionen. Günther Westermann (CDU) etwa forderte, das Auftragsvolumen auf 5000 Euro zu begrenzen, während Werner Brakmann (SPD) dagegenhielt, dass für diese Summe kein aussagekräftiges Gutachten zu bekommen sei. Nach dem Verursacherprinzip zu handeln, empfahl dagegen Thorsten Busch (UWG). Fachbereichsleiter Meyer dazu: „Wir werden scheitern, wenn wir versuchen, den Verursacher auszumachen.“ Michael Sorg (Grüne) drang darauf, zunächst die Analyse vorzunehmen, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Für das Einholen von Angeboten zur Gesamtbetrachtung der Gewässersituation sprachen sich am Ende alle Ausschussmitglieder mit Ausnahme von Volker Schmidt (Freie Wähler) aus. Er hält ein Ausbaggern des Schwanenteichs für unumgänglich – das werde auch die Analyse ergeben, prognostizierte er. Zudem will er die Anlieger an entstehenden Kosten beteiligen: „Eigentum verpflichtet“, so Schmidt. Jürgen Struthoff (FDP) warnte davor, in Aktionismus zu verfallen. Die Natur benötige Zeit, sich zu regenerieren.

Uneingeschränkt grünes Licht gab es von den Ausschussmitgliedern für den Bau des Sandfangs. Dem Verwaltungsvorschlag indes, das Gesamtsystem des Kamerner Sees und der Kamerner Bäke mit ihren Verbindungen und ihren Zu- und Abflüssen zur Zeit nicht zu verändern, wollte sich die CDU nicht anschließen. Die vier Vertreter der Fraktion enthielten sich in der Abstimmung.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee
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