Ganderkesee - „Wir wollten eine Bürgerstiftung gründen, aber wie man das hinkriegt, wusste keiner. Schon die Gründung ist viel zu kompliziert“, beklagt Hans Calame vom Vorstand der Bürgerstiftung Ganderkesee. Die Ehrenamtlichen aus Ganderkesee haben es geschafft, die Bürgerstiftung Ganderkesee gibt es seit 2012, der große Verwaltungsaufwand und die vielen rechtlichen Fragen würden Ehrenamtliche jedoch stark belasten, kritisierte Calame am Mittwochnachmittag bei einem Gespräch mit Astrid Grotelüschen.
Die CDU-Bundestagsabgeordnete hatte den Tag des Ehrenamtes zum Anlass genommen, sich mit der Bürgerstiftung über die Wünsche und Probleme der Ehrenamtlichen auszutauschen. Zum Gespräch, an dem auch der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Ganderkesee, Dr. med. Hans-Georg Zechel, Klaus Fuchs, ebenfalls Vorstandsmitglied, sowie Astrid Fuchs, Projektleiterin der Bürgerstiftung, teilnahmen, begleiteten sie die Mitglieder des örtlichen CDU-Gemeindeverbandes Cindy Klüner, Timo Spille und Hillard Bley.
50 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Ganderkesee sowie sechs Bankinstitute und Unternehmen gründeten am 6. September 2012 die Bürgerstiftung Ganderkesee als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts. Der Anerkennungsbescheid der Stiftungsbehörde wurde am 13. November 2012 ausgestellt. Die Gremien der Bürgerstiftung Ganderkesee sind der Stiftungsrat und der Vorstand.
Zu erreichen ist die Stiftung, die sich über Helfer und Ideengeber freut, unter
Ohne Experten in eigenen Reihen müssten Ehrenamtliche Fachleute hinzuziehen, die viel Geld kosten, etwa bei Themen wie Steuerrecht, im Falle der Bürgerstiftung Stiftungsrecht, und Datenschutz. Selbst für ihn als Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bedeute die Verwaltungsarbeit einen enormen Aufwand. „Da sind wir dran“, versicherte Grotelüschen. Es sei unbedingt nötig, dass die Politik die Ehrenamtlichen unterstütze, sagte die Bundestagsabgeordnete, denn: „Es wird uns nie gelingen, dass der Staat dieses Ehrenamt ersetzen könnte“, so Grotelüschen, die Mitglied im CDU-Unterausschuss für ehrenamtliches Engagement ist. Der bürokratische Aufwand müsse unbedingt abgebaut werden.
Aber auch das Thema Nachwuchsgewinnung war ein Schwerpunktthema des Gesprächs. „Wir leben nur davon, dass Leute mitmachen“, betonte Hans-Georg Zechel. Die Bürgerstiftung habe keine Mitglieder, sondern bestehe aus einem Vorstand, einem Stiftungsrat und vielen Menschen, die sich in diversen Projekten engagieren, wie etwa beim Feriensprachcamp im Umweltbildungszentrum in Hollen. Die Bürgerstiftung habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, ihre Mitmenschen zur Mitarbeit für die Gemeinschaft zu bewegen. 55 Projekte kann die Bürgerstiftung aufzählen, 80 Prozent der Spenden stammen von Privatpersonen.
Astrid Grotelüschen regte eine „Ehrenamtscard“ an, mit der ehrenamtlich Engagierte in ganz Deutschland Vergünstigungen bekommen, etwa in Freizeitparks. Und auch Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter fürs Ehrenamt, wie etwa den Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr, freistellen, müssten eine Wertschätzung erfahren, so die CDU-Bundestagsabgeordnete.
