GANDERKESEE - Die glücklichsten Menschen Deutschlands sind die unter 30-Jährigen und die Beamten. Das ergab eine kürzlich von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Umfrage. Trifft die Studie überall zu? Sind auch Ganderkesees Beamte glücklich? Welche Faktoren spielen für sie zum Glücklichsein eine Rolle? Die NWZ wollte es wissen und hörte sich um.
Elementare Aspekte wie Gesundheit, eine intakte Familie und ein erfüllter Arbeitsplatz sind für Ganderkesees Beamte am wichtigsten. Aber nicht nur das, ebenso steigern kleine, positive Erlebnisse im Alltag deren Glücksempfinden. Matthias Meyer, Fachdienstleiter Finanzen im Rathaus, erklärt schmunzelnd: „Wenn Werder gewonnen hat, geht’s mir richtig gut, daher bin ich momentan leicht glücklich zu machen.“ Jedoch ist Werder für Meyer (nicht) einzig und allein alles. Auch ein abwechslungsreicher und interessanter Arbeitsplatz sei bedeutsam: „Schließlich verbringt man dort die meiste Zeit seines Lebens“.
Ähnlich sieht es Deutsch- und Englischlehrerin Claudia Quensel. In einer gesunden Familie zu leben und einen sinnvollen Beruf auszuüben sind erstrebenswerte Dinge: „Eine gelungene Unterrichtsstunde abgehalten zu haben und positiv auf junge Menschen zu wirken, das löst bei mir ein Glücksgefühl aus.“ Zudem meint die engagierte Lehrerin, „dass man richtiges Glück nur schätzen lernt, wenn einem auch schon einmal eine unglückliche Situation wiederfahren ist.“
Wenn Toleranz gelebt und nicht alles schwarz-weiß gemalt wird, dass macht Jörg Uchtmann, den Leiter der Polizeistation Ganderkesee glücklich. Zudem sind eine verständnisvolle Familie, verlässliche Freunde und eine verantwortungsvolle berufliche Tätigkeit mit leistungsfähigen Mitarbeitern für ihn grundlegende Parameter eines glücklichen Lebens.
Es ist eindeutig: Die Ganderkeseer Beamten haben durchaus vergleichbare Vorstellungen vom persönlichen Glück. Ein Arbeitsplatz mit wechselnden Herausforderungen innerhalb eines kameradschaftlichen Kollegenkreises spielt für Thomas Didjurgies von der Bauleitplanung der Gemeinde eine entscheidende Rolle. Außerdem: „Glück bedeutet für mich, wenn ich zu einem Ort nach Hause fahren kann, an dem es möglich ist, Kraft zu schöpfen.“ Zudem sei es wesentlich, eine gewisse finanzielle Freiheit zu haben, ohne sich allzu sehr sorgen zu müssen, erklärt Didjurgies.
Dem Deutsch- und Geschichtslehrer Marian Münch bereitet es Freude, anderen, vor allem Schülern, dabei zu helfen, glücklich zu werden. „Es macht Spaß, wenn man mit den Schülern zusammen gute Ergebnisse erzielt und sie später, nach dem Abitur, ihren Weg gehen.“ Allgemein umschreibt der Begriff „Zufriedenheit“ am besten das persönliche Glücksempfinden, da ist er mit Claudia Quensel einer Meinung.
Nur fünf Prozent sind unglücklich
