GANDERKESEE - Derart uneingeschränktes Lob wird in der Regel nur auf Trauerfeiern verteilt, bestenfalls noch bei der Verabschiedung von Pensionären. Dabei ist Rainer Lange noch lange nicht reif für den Ruhestand. Ganz im Gegenteil: Der Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen sprach sich einheitlich für eine Verlängerung der Amtszeit des Ersten Gemeinderates, die im August 2011 endet, um weitere acht Jahre aus. Die Freien Wähler/UWG, die beantragt hatten, die Stelle des Beamten auf Zeit einzusparen, nahmen allerdings nicht an der Abstimmung teil: Ausschussmitglied Erika Vogel hatte vorzeitig den Sitzungssaal verlassen.
Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas hatte auf der jüngsten Ausschusssitzung vehement dafür geworben, die Verwaltungsstruktur nicht zu ändern. Rainer Lange sei nicht nur ihr allgemeiner Vertreter im Amt, sondern habe zusätzlich eine Reihe eigener Aufgaben. Seine Unterstützung sei ihr wichtig, seine Arbeit gebe keinerlei Anlass zur Kritik.
Lange sei eine vielseitig begabte, intelligente Person, schloss sich der stellvertretende FDP-Fraktionschef Hans-Joachim Hespe der positiven Wertung an. „Auf ihn können wir nicht verzichten.“ Für die CDU bekannte Dietmar Mietrach, der Erste Gemeinderat „ist gut für die Gemeinde Ganderkesee“.
Die SPD sei gewillt, zu sparen wo es geht, aber „in diesem Fall bringt das gar nichts“, konstatierte Werner Brakmann. Und sein Fraktionskollege Heinz-Peter Häger bescheinigte Lange, von ihm stets gut informiert worden zu sein. „Wir können kein Haar in der Suppe finden“, meinte Häger. Peter Schierloh (parteilos) verglich die Gemeinde mit einer mittelständischen Firma. „Auch dort kann man es sich nicht leisten, die komplette Leitungsfunktion auf einen Menschen allein zu konzentrieren.“
Angesichts dieses breiten Vertrauensbeweises gibt es keinen Zweifel, dass der Rat auf seiner Sitzung am 7. Oktober Rainer Lange vorzeitig für eine weitere Amtsperiode wählt. Aufgrund der frühzeitigen Bindung kann auf eine öffentliche Ausschreibung der Stelle verzichtet werden.
Der Spitzenbeamte bedankte sich für das Vertrauen. Das Lob gebühre auch den vielen engagierten Beschäftigten der Gemeinde, die ihm zuarbeiten.
