Garrel - Fast 500 Mal wurde abgestimmt: 56 Prozent der Nutzer auf NWZonline hatten sich in einer NWZ-Umfrage für den Abriss der ehemaligen Lehrerwohnung ausgesprochen, 30 Prozent für den Erhalt. Mit 6:5-Stimmen hat sich der Planungsausschuss am Donnerstagabend ebenfalls für den Abriss ausgesprochen. Davor muss allerdings ein Gutachter bestätigen, dass eine Sanierung unwirtschaftlich ist, machte Bauamtsleiter Ewald Bley deutlich. Das letzte Wort hat der Gemeinderat, der am 7. September tagt.

Hintergrund ist, dass das Gebäude, in dem zuletzt der Jugendtreff untergebracht war, im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept, das die Grundlage für den Antrag auf Städtebaufördermittel war, als „ortsbildprägendes Gebäude“ eingestuft worden war. 100 000 Euro waren aus der Städtebauförderung für die Sanierung eingeplant worden. „Somit war der damalige Wille der Politik, das Gebäude zu erhalten“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Die BfG-Fraktion allerdings argumentiert, dass der Erhalt aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll sei. Zudem war es dort in jüngerer Vergangenheit zu Vandalismusschäden gekommen. Der Jugendtreff habe sich zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt, der entzerrt werden müsse.

Bürgermeister Thomas Höffmann widersprach Gerüchten, das Grundstück sei „Spekulationsobjekt für Mehrfamilienhäuser“.

Die eingeplanten 100 000 Euro könnten andernorts investiert werden, antwortete Bauamtsleiter Ewald Bley auf eine entsprechende Anfrage von Tobias Bohmann (SPD). Die Sanierungskosten beziffert das Bauamt grob geschätzt auf 400 000 bis 500 000 Euro, den Abrisss auf 30 000 Euro. BfG-Fraktionschef Arnold Hannöver vermutet, dass die Sanierung deutlich teurer würde. Für Theo Kettmann (FDP) ist die „Bruchbude nicht mehr tragbar“. Auch Bohmann hält eine Sanierung „nicht für sinnvoll“.

Matthias Looschen (CDU) begründete seine Gegenstimme damit, dass mit dem Abriss der soziale Brennpunkt nicht beseitigt sei. Er forderte vor der Entscheidung ein Gutachten, um „zu sehen, wohin die Reise geht“. Interessant sie die Fläche für eine mögliche Erweiterung der Oberschule. Ludger Tapken (CDU) sieht derzeit keinen Handlungsdruck, da zunächst an anderer Stelle gearbeitet werde.