Garrel - Viel und kontrovers diskutiert worden ist in den vergangenen Tagen die Zukunft der ehemaligen Lehrerwohnung an der St.-Johannes-Straße in Garrel, die zuletzt als Jugendtreff genutzt worden war. Hintergrund ist ein Antrag der Fraktion „Bürger für Garrel“, die den schnellstmöglichen Abriss des Gebäudes fordert. Über diesen Antrag und die politische Einschätzung hatte die NWZ umfassend berichtet und auch eine Online-Umfrage dazu erstellt.

Die Umfrage jedenfalls ergibt bislang ein eindeutiges Bild: Die Mehrheit der Leser – nämlich rund 64 Prozent – sprechen sich für den Erhalt des Gebäudes aus. Allerdings zählt die Abstimmung auf NWZonline.de bisher auch nur 33 Teilnehmer. 21 Prozent sind gegen den Erhalt und 15 Prozent haben keine Meinung. In der Bevölkerung wird das Thema differenziert diskutiert.

In der Politik sind deutliche Stimmen zu vernehmen, die keine Zukunft für das Gebäude sehen. Anders sieht das NWZ-Leserin Anni Janzen aus Garrel. Sie schreibt an die Redaktion: „Ich bin sehr für die Erhaltung dieses Gebäudes, aus mehreren Gründen.1. Es ist nicht so marode, wie es dort dargestellt wird. Es wurde vor vor dem Krieg sehr massiv gebaut und ist keine 100 Jahre alt.2. Man fragt sich, wofür wird der Platz plötzlich so dringend gebraucht?3. Zur Nutzung des Gebäudes wäre die Unterbringung des Gemeindearchives, für das jetzt teure Miete bezahlt wird, eine gute und langfristige Lösung.

In anderen Gemeinden scheut man keine Kosten, um ältere Gebäude zu restaurieren und neu zu nutzen. 4. Viele Bürger wundern sich, weshalb gerade dieses Gebäude jetzt zum zweiten Mal massiv demoliert wird.

Ein Leser kommentiert unter dem Artikel auf Facebook leicht süffisant: „Es wird bestimmt ein überteuertes Mehrfamilienhaus dort ein Zuhause finden.“ Nun liegt die Entscheidung bei der Politik.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)