„VWG sperrt Elektromobile aus“ (NWZ  vom 19. Dezember)

Es ist unglaublich, dass die VWG die Möglichkeit hat, mit sofortiger Wirkung die Mitnahme von Rollstuhlfahrern einzustellen und keine alternativen Möglichkeiten geschaffen werden, damit die Menschen, die auf Rollstühle angewiesen sind, in die Stadt oder andere Stadtteile zu gelangen. Da wird sich überall in Deutschland mit dem Thema „Inklusion“ beschäftigt, damit alle Menschen auch in unserem Land ungehindert am Leben teilnehmen können und hier werden Hindernisse aufgebaut!

Wenn die Mitnahme von Rollstühlen im Bus eine Gefahrenquelle darstellen sollte, dann wäre es doch das Selbstverständlichste, wenn sofort Vorrichtungen mit speziellen Sicherheitsgurten installiert würden, um Rollstühle besonders zu stabilisieren. Diese befinden sich in allen Fahrzeugen, die für den Transport von Rollstühlen angeboten werden. Es muss also nichts Neues erfunden werden und es dürfte kein Problem sein, diese in Linienbussen zu installieren.

Allerdings stellt sich mir die Frage, ob dies innerhalb der VWG gewollt ist. Immer wieder ist zu beobachten, dass Busfahrer respektlos Menschen in Rollstühlen duzen, einen sehr rauen Umgangston mit ihnen pflegen und stöhnend Möglichkeiten mit Rampen schaffen, damit diese Menschen überhaupt in den Bus gelangen können.

Leider zeigt sich in der jetzigen Maßnahme, dass sich diese menschliche Haltung nicht nur im fahrenden Personal findet, sondern ein Leitgedanke der Firma zu sein scheint.

Karin Quade-Matthes Oldenburg

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Ein Beispiel bürokratischer Ignoranz bietet das Verbot zur Beförderung von Elektromobilen in Bussen der VWG. Der Hinweis auf mögliche „Rutschgefahren“ ist an Absurdität kaum zu überbieten; ausgeschaltet lässt sich ein Elektromobil kaum einen Zentimeter bewegen. Was die angeblichen „Kippgefahren“ betrifft, hätte den Verantwortlichen ein Blick ins Physikbuch geholfen: Da der Antrieb im Fahrzeugboden verbaut ist, haben Elektromobile einen niedrigen Schwerpunkt. Anders im Vergleich dazu ein Kinderwagen, der aufgrund seines „Inhalts“ einen viel höheren Schwerpunkt hat – von der VWG aber anstandslos befördert wird. Es ist sehr bedauerlich, dass gehbehinderte Senioren auf diese Weise so massiv in ihrer Mobilität eingeschränkt werden.

Marianne Raabe Oldenburg