Hannover - Die rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen hat Atommüll-Transporte geheim gehalten und damit bei der Opposition im Landtag und Atomkraftgegnern für Empörung gesorgt. Sie sprechen von einer Gefährdung der Bevölkerung.

Die CDU fordert in einer „Dringlichen Anfrage“ im Landtag Aufklärung über den Plutonium-Transport aus Belgien nach Schleswig-Holstein. Dabei wurden in der vergangenen Woche plutoniumhaltige Mox-Brennelemente ins Kernkraftwerk Brokdorf geliefert. Der Transport fuhr auf seiner geheimen Route auch durch Niedersachsen.

„Es kann nicht sein, dass Plutonium-Transporte zu schwarz-gelben Regierungszeiten gefährlich sind und zu rot-grünen nicht“, sagte CDU-Fraktionschef Björn Thümler (Berne) der NWZ. „Die Geheimhaltungs- und Beschwichtigungspolitik der Behörden kritisieren wir scharf“, erklärte die Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“.

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) betonte, dass die Geheimhaltung Teil des Sicherungskonzeptes sei. „Wir können uns über Vorgaben des Bundes nicht hinwegsetzen.“ Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz gibt es diese Geheimhaltungspflicht erst seit einem Jahr.

Grünen-Fraktionschefin Anja Piel erklärte, dass rechtliche Möglichkeiten gegen die Geheimhaltung geprüft würden. „Wir möchten die Bevölkerung früher informieren“, sagte Piel der NWZ.