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NWZonline.de Nachrichten Politik

Nahost-Konflikt: Geld von Abbas für Familien der Mörder

19.07.2016

Jerusalem Palästinenser nennen die Zahlungen eine „Hilfe für die Opfer der israelischen Besatzung“, Israel spricht von einer Ermutigung zum Terror: Aus einem Fonds der palästinensischen Autonomiebehörde fließt monatlich Geld an Familien, die Angehörige verloren haben. Dazu zählen auch alle Hinterbliebenen von Selbstmordattentätern und selbst ernannten „Märtyrern“. Das will Israel nicht hinnehmen.

Die Zahlungen verherrlichten Terrorismus, erklärt die Regierung. Als „einen Anreiz zum Mord“ sieht Ministerpräsident Benjamin Netanjahu das Geld. „Dies ermutigt zur Gewalt“, bekräftigt Außenamtssprecher Emmanuel Nahschon. Und: „Terror ist zu einem bequemen Business für Familien geworden.“

Familien widersprechen ihm. Die reine Verzweiflung angesichts des israelischen Würgegriffs treibe junge Palästinenser zu Anschlägen und Angriffen, sagt der Geschäftsmann Nasser Tarajreh aus Bani Naim im Westjordanland. „Uns als Familie bringt kein Geld der Welt meinen Sohn zurück.“

Der wurde am 30. Juni von israelischen Sicherheitskräften erschossen – nach einer Bluttat, die weltweit Entsetzen ausgelöst hat. Der 17-Jährige drang in das Haus einer jüdischen Familie ein und tötete die 13-jährige schlafende Tochter mit zahlreichen Messerstichen. Mohammed hatte vor seinem Überfall noch auf Facebook erklärt, er wolle als „Märtyrer“ sterben. Seine Familie hat nun Anspruch auf monatlich 1400 Schekel (rund 320 Euro) aus dem Fonds für die Konfliktopfer.

Der „Märtyrerfonds“ wurde 1967 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO eingerichtet. Ebenso wie ein Fonds für palästinensische Gefangene in israelischer Haft wird er von der Autonomiebehörde unterhalten. 35 000 palästinensische Familien erhalten nach offiziellen Zahlen jeden Monat Geld daraus, das Jahresbudget liegt bei umgerechnet gut 150 Millionen Euro. Das Budget der Autonomiebehörde wird auch von der Europäischen Union nicht unerheblich gestützt. Die israelische Regierung hat nun angekündigt, die Steuer- und Zolleinnahmen der Palästinenser entsprechend zu kürzen.

Die Drohung aus Israel treibt wiederum die Palästinenser auf die Barrikaden. Die Fonds verteidigen sie als „sozialen Schutz für die Familien“, für Kinder und Witwen. Jede Familie eines von Israel getöteten Palästinensers – egal unter welchen Umständen er ums Leben kam – hat Anspruch auf rund 320 Euro im Monat, wie Fonds-Leiterin Intisar al-Wasir vorrechnet. Sie ist die Witwe des PLO-„Militärchefs“ Chalil al-Wasir, der 1988 getötet wurde. Er war unter anderem Planungschef des „Küstenstraßenmassakers“: Dabei brachten 1978 sechs Palästinenser 35 israelische Zivilisten um.

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