GELSENKIRCHEN - Mit Abschreckung und mehr persönlicher Ansprache wollen die 47 Kreispolizeibehörden in Nordrhein-Westfalen gezielt gegen jugendliche Gewalttäter vorgehen. Vorbild sei ein 2004 in Gelsenkirchen gestartetes Modellprojekt, sagte NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) am Dienstag bei der Vorstellung der Initiative in der Revierstadt. „Die Bekämpfung der Jugendgewalt ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Polizeiarbeit“, sagte Wolf.

Knapp 1500 Kinder und junge Heranwachsende im Alter von bis zu 21 Jahren würden derzeit von der Polizei als Intensivtäter eingestuft. „Das ist eine Zahl, die uns besondere Probleme bereitet“, so der NRW-Innenminister.

Durch das neue Konzept verringerte sich die Zahl der jugendlichen Mehrfachstraftäter mit fünf oder mehr Straftaten im Jahr in Gelsenkirchen deutlich, berichtete der zuständige Polizeipräsident Rüdiger von Schoenfeldt. Sie sank seit Projektstart 2004 um mehr als 22 Prozent. Auch die Rückfallhäufigkeit sei deutlich zurückgegangen: Derzeit liege die Erfolgsquote der anschließend nicht mehr bei der Polizei in Erscheinung tretenden Jugendlichen bei knapp einem Drittel (31 Prozent).

Zielgruppe des Gelsenkirchener Modellprojekts sind neben besonders auffälligen Jugendlichen auch Ersttäter, die bereits bei dem noch ungewohnten Kontakt mit der Polizei möglichst zusammen mit ihren Eltern zu einem ausführlichen Gespräch gebeten werden. Dabei würden die Jugendlichen bereits auf mögliche Strafen und negative Folgen für ihr weiteres Leben hingewiesen. Komme es trotzdem zu wiederholten Problemen mit der Polizei, würden die Maßnahmen intensiviert.