Gemeinde Hatten - 42 Teilnehmer, darunter Bewohner einer Einrichtung der Diakonie Himmelsthür, haben den inklusiven Online-Bürgerversammlungen zu einem guten Start verholfen. Unter dem Gesichtspunkt der Inklusion war es die erste Informationsversammlung dieser Art in der Gemeinde Hatten – und die zweite in Form einer Videokonferenz überhaupt.

Die Corona-Pandemie zwingt leider auch die Inklusionsbemühungen innerhalb der Gemeinde Hatten in eine Warteschleife. So konnte bislang das 1. Netzwerktreffen noch nicht stattfinden. Auch inklusive Sportangebote ruhen derzeit zwangsweise. Inklusionskoordinatorin Leonie Schulte kündigte an, dass ab nächster Woche eine Bedarfsabfrage klären soll, was an Angeboten in Hatten gewünscht und vermisst wird. Die Hoffnung bleibt, dass bald wieder mehr möglich sein wird.

Tijana Cop und Maik Hilgefort schilderten ihren Alltag im Wohnheim der Diakonie. Vor allem das fehlende Sportangebot vermissen beide „total“, wie sie erzählten. Außerdem Einkaufen gehen und Besuche. Neben Leonie Schulte bietet sich auch Anke Marien, ehrenamtliche Inklusionsbeauftragte des Kreissportbundes als Ansprechpartnerin an.

Ingo Kühling, 2. Vorsitzender der TSG, erinnerte daran, wie 2012 das Thema Inklusion erstmals in Absprache mit der Kreisbehindertenbeauftragten Rita Rockel von der TSG angepackt worden war. Damals sei es vor allem um den Abbau von Barrieren in den Gebäuden gegangen. „Die größten Hürden bestehen aber in den Köpfen und auch im digitalen Bereich“, so Kühlings Fazit. Diese abzutragen, müsse weiter das Ziel sein.

Bürgermeister Christian Pundt informierte im zweiten Teil des Abends über den aktuellen Stand von Projekten wie dem Busbahnhof Kirchhatten und dem Marktplatz. Alle Mikrofone stummgeschaltet, nur einer redet auf einmal: Unter technischen Aspekten und dank klarer Moderationsregeln, die der Bürgermeister überwachte, funktioniert diese Form der Zusammenkunft sehr zuverlässig – und Redebeiträge sind in der Regel besser zu verstehen als in einem großen Saal. Eine Teilnahme setzt die Anmeldung mit Klarnamen voraus. Ein Abgleiten der Diskussionskultur wie sie an anderer Stelle mit der Anonymität der Teilnehmer einhergeht, entfällt völlig, so die bisherige Erfahrung.