Hatten - Die Geburtenzahlen in der Gemeinde Hatten sind zwischen 2009 und 2015 leicht gesunken. Mehr als ausgeglichen wird dieser Trend aber zurzeit durch Zuzüge junger Familien. Im Raum Sandkrug fehlen nach Angaben der Gemeindeverwaltung trotz 90 vorhandener Krippenplätze weitere 16.

Einige Kinder hätten keinen Platz erhalten, andere seien in Nachbargemeinden untergekommen. Die Gemeinde zahlt in solchen Fällen üblicherweise Betriebskostenzuschüsse an die anderen Kommunen.

Noch drängender wird das Problem durch die Flüchtlinge. Nach Angaben der Gemeinde leben derzeit 16 Flüchtlingskinder unter sechs Jahren in der Gemeinde. Zwölf von ihnen – neun im Kindergartenalter, drei im Krippenalter – haben keinen Platz erhalten. Zumindest bei dreien, die im nächsten Jahr schulpflichtig werden, wäre es für eine Betreuung höchste Zeit.

Im Raum Kirchhatten halten sich dagegen bislang Angebot (30 Plätze) und Nachfrage exakt die Waage. Ob dies aber auch in absehbarer Zukunft noch so sein wird, steht in den Sternen. Eine große Unbekannte ist der Wegfall des Betreuungsgeldes. Es sei nicht absehbar, ob dies Auswirkungen auf den Krippenplatzbedarf habe, heißt es in einer aktuellen Analyse der Verwaltung.

Fest steht, dass im April dieses Jahres noch 85 Antragsteller aus der Gemeinde Hatten über den Landkreis Oldenburg Betreuungsgeld erhielten. Ob dies Eltern sind, die nun einen Krippenplatz suchen, wird sich spätestens am 1. Dezember, dem Stichtag für Anmeldungen, zeigen.

Bezogen auf die Kindergartenplätze für Kinder älter als drei Jahre kommt die Gemeinde in ihrer aktuellen Übersicht zu dem Ergebnis, dass Handlungsbedarf besteht. Für das ab Sommer nächsten Jahres folgende Kindergartenjahr 2016/17 erwarten die Verantwortlichen im Rathaus, dass 20 Kindergartenplätze an anderen Stellen neu geschaffen werden müssen. Ausnahmen, die die Größe der Gruppen betreffen, werden künftig wohl keine Lösung mehr sein können. Bislang wurde bei Bedarf die Aufnahme von 26 Kindern in Regelgruppen beantragt und in der Regel auch vom Landesjugendamt genehmigt. Diese Möglichkeit werde inzwischen von der Genehmigungsbehörde kritisch gesehen, heißt es in der Sitzungsvorlage des Schulausschusses (Mittwoch, 4. November, 18.15 Uhr, Mensa der Waldschule).

Verschärfend hinzu kommt der Wunsch einiger Eltern, Kinder, die vom August bis Oktober eines Jahres das dritte Lebensjahr vollenden, bereits in eine Kindergartengruppe zu schicken. Im Raum Sandkrug war das in diesem Jahr wegen vorhandener Plätze möglich, im Raum Kirchhatten dagegen nicht.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten