Wardenburg - In Syrien und im Irak terrorisiert der Islamische Staat (IS) die Menschen, in der Ukraine wird gekämpft und in Afrika greift die Ebola-Epidemie um sich – nur verständlich, dass dort viele Menschen die Flucht ergreifen. Auch in Wardenburg haben 58 Menschen aus Krisengebieten eine vorläufige neue Heimat gefunden.

Untergebracht sind die Menschen sowohl dezentral, als auch zentral. Es gibt eine größere Sammelunterkunft mit 24 Plätzen an der Oldenburger Straße. Zusätzlich hat die Gemeinde fünf Wohnungen angemietet, in denen jeweils zwei bis acht Personen untergebracht sind. Neun Flüchtlinge leben in anderen Wohnsituationen, beispielsweise bei Verwandten.

„Grundsätzlich bevorzugen wir die dezentrale Unterbringung. Die Flüchtlinge sollen schließlich auch integriert werden“, erklärt Sven Wiedenfeld, stellvertretender Amtsleiter für Soziales, Ordnung und Finanzen.

Die Flüchtlingszahlen werden in absehbarer Zeit kaum zurückgehen. „Wir haben unsere Quote schon fast erreicht und gehen davon aus, dass das Amt für Migration bald einen neuen Verteilungsschlüssel herausgeben wird und wir weitere Flüchtlinge aufnehmen müssen“, fürchtet Wiedenfelds Chefin Andrea Biller. Nach der derzeitigen Verteilquote hat die Gemeinde zusätzlich 25 Personen aufzunehmen. 19 davon sind bereits untergebracht – bleiben also noch sechs. Damit würden dann 64 Asylsuchende in der Gemeinde leben. Die Entwicklung der aufzunehmenden Flüchtlinge in den vergangenen Jahren spricht eine deutliche Sprache: Während es 2012 noch acht Flüchtlinge waren, waren es in diesem Jahr bereits 37 – beinahe das Fünffache.

Kein Grund also anzunehmen, dass die Zahlen künftig zurückgehen. Auch deshalb sucht die Gemeinde derzeit intensiv nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten und bittet daher Haus- und Wohnungseigentümer darum, freien oder frei werdenden Wohnraum der Gemeinde anzubieten. Ansprechpartner ist das Ordnungsamt ( t  04407/73 131 oder E-Mail an sofi@wardenburg.de).

Problematisch sei laut Biller manchmal, dass einige Flüchtlinge nur für kurze Zeit untergebracht werden müssten. „Das liegt am Dubliner Übereinkommen. Wer in einem Mitgliedsstaat des Abkommens einen Asylantrag stellt, wird auch dort untergebracht. Wer dennoch weiterreist, wird wieder zurückgeschickt“, erläutert Biller.

Die meisten Flüchtlinge in Wardenburg stammen aus Pakistan und dem Irak. Zusammen machen sie mehr als die Hälfte aus. Auch aus Serbien, Syrien und Albanien kommen einige Asylbewerber. Bei sieben Menschen ist die Herkunft unbekannt. Meist sind es einzelne Männer, die hier untergebracht sind. Auf 48 Männer kommen nur zehn Frauen. Das Durchschnittsalter liegt bei 26 Jahren. Der Älteste ist 43; der Jüngste ist ein sieben Monate altes Kind. Insgesamt sind neun Kinder unter den Flüchtlingen. Unterschiedlich ist die Situation bei den Sprachkenntnissen. Zum Teil beherrschen sie weder die deutsche noch die englische Sprache.