Wangerooge - Ein Abriss des evangelischen Kindergartens an der Jadestraße kommt für Wangerooges Gemeinderat und Verwaltung nicht in Frage. Das stellten die Mitglieder des Schul- und Sozialausschusses in der Sitzung am Dienstag klar. Das Gebäude sei nicht in einem so desolaten Zustand, dass ein Abriss und Verkauf des Grundstücks gerechtfertigt wäre, so die Meinung der Ratsmitglieder. Zudem habe die Insel-Gemeinde schon zu viel Geld in das Gebäude investiert.
Wie berichtet, hatte Wangerooges Pastor Günther Raschen angekündigt, dass die ev. Gemeinde den Kindergarten abstoßen wolle. Ein Grund ist, dass das Gebäude – es gehört der Kirche – sanierungsbedürftig ist und die Kirchengemeinde die Kosten nicht aufbringen kann. Ein weiterer Grund ist, dass es beim Personal offenbar hakt. Kindergartenleiter Benjamin Vincent will seine Stelle zum 30. Juni 2016 aufgeben, wegen Ausfällen sei die Personalsituation auch aktuell nicht befriedigend.
Gebäude erhalten
„Wir wollen den Kindergarten natürlich erhalten, und zwar im bestehenden Gebäude“, sagte Bürgermeister Dirk Lindner auf Nachfrage der NWZ . Allerdings sei die Gemeinde zurzeit nicht in der Position, eine Entscheidung zur Zukunft des Kindergartens und zur Übernahme der Trägerschaft zu treffen: Dazu müssen zunächst der ev. Gemeindekirchenrat selbst und ebenso der Oberkirchenrat in Oldenburg deutlich machen, wie sie sich die Zukunft der Einrichtung vorstellen.
Die Gemeindepolitik schlägt vor, die Trägerschaft über den Kindergarten gemeinsam zu übernehmen: Die Kirche stellt wie bisher Gebäude und Grundstück, die Gemeinde übernimmt das Personal – den Löwenanteil der Kosten finanziert die Gemeinde ohnehin bereits jetzt. „Nur war es bisher so, dass wir zwar die Kosten getragen, aber kein Mitspracherecht beim Kindergarten-Haushaltsplan hatten“, erklärte Lindner.
Übernähme die Gemeinde das Personal, könnten natürlich auch nichtkonfessionelle Erzieherinnen eingestellt werden. Die kirchliche Orientierung solle der Kindergarten allerdings behalten, so Lindner.
Klare Position gefordert
Voraussetzung für weitere Gespräche sei nun neben einer klaren Position der Kirche zur Zukunft des Kindergartens, dass die Personalsituation geklärt werde, betonte Lindner. Er habe zugesagt, dass die Gemeinde den Betrieb unterstützt und den dringend notwendigen Sicherheitscheck der Spielgeräte übernimmt. Zudem sei die Gemeinde bereit, die Gebäudesanierung finanziell zu unterstützen.
„Wir sind gesprächsbereit, aber dafür müssen nun auch Informationen fließen“, betonte der Bürgermeister.
