Holtgast - Lange und lebhaft war im Planungsausschuss diskutiert worden. Dafür ging es am Dienstagabend im Aper Gemeinderat umso schneller. Nicht einmal eine Stunde dauerte der öffentliche Teil der Sitzung. Hauptthema: die vom Eigentümer angestrebte Vergrößerung seines Milchviehbetriebes in Tange. Der Rat stoppte das Vorhaben.

Der Bestand sollte von rund 500 auf zunächst 1000, dann auf etwa 700 Tiere erhöht werden. Die in das bisherige Verfahren einbezogenen Behörden hatten gegen die Erweiterung keine relevanten Bedenken geäußert.

Damit aus dem landwirtschaftlich privilegierten ein gewerblicher Betrieb hätte werden können, hätte der Flächennutzungsplan geändert und ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt werden müssen. Doch das Projekt sorgte in der Dorfbevölkerung für massive Kritik und stieß auf Ablehnung.

Darum hatten sich die Mitglieder des Fachausschusses – nach zunächst anderen Entscheidungen in diversen Gremien – am 9. März dafür ausgesprochen, das Planungsverfahren zu beenden (die NWZ berichtete). Sie formulierten einen entsprechenden Beschlussvorschlag für den Rat. Er beinhaltete auch, dass der Bürgermeister Maßnahmen ergreifen solle, die Kommunikation in Tange zu verbessern. Bei fünf Enthaltungen stimmte man in der Holtgaster Gaststätte „Zur Schanze“ für das „Gesamtpaket“.

Zuvor hatten sich nur zwei Ratsherren zu Wort gemeldet. Hartmut Orth, Fraktionsvorsitzender der UWG, bedauerte, dass es nun nicht mehr zu einem im Vorfeld angeregten Mediationsverfahren komme, um das Verhältnis zwischen Investor und Gegnern des Projekts zu klären. Der SPD-Fraktionschef Volker Martz nannte den Beschlussvorschlag den besten Kompromiss, den man habe finden können. Er betonte, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handele.

Kerstin Buttkus
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