Husbäke - Die Gerätehalle der Husbäker Feuerwehr platzte am Donnerstagabend aus allen Nähten, so groß war das Interesse an einem Informationsabend zum Thema „Unterbringung von Flüchtlingen in der Gemeinde Edewecht“. Rund 120 Husbäker waren gekommen, um von Vertretern der Gemeinde und des Landkreises mehr über die angekündigten, neuen Dorfbewohner zu erfahren: Rund 80 Schutzsuchende sollen ab März in die ehemalige, von der Gemeinde für fünf Jahre angemieteten Heimvolkshochschule an der B 401 (Küstenkanalstraße) einziehen, die derzeit dafür hergerichtet wird.
Bürgermeisterin Petra Lausch und Petra Knetemann vom Fachbereich Bildung/Bürgerservice/Soziales bei der Gemeinde, sagten, dass die Gemeinde in der Pflicht stehe, die ihr zugewiesenen Schutzsuchenden aufzunehmen. Derzeit lebten in Edewecht 297 Flüchtlinge, bis 31. März habe man laut Quote 292 Menschen aufzunehmen, davon seien 77 schon gekommen. Für 215 benötige man noch Unterbringungsmöglichkeiten, im Februar rechne man mit einer neuen Quote weiterer Flüchtlinge.
Wohnraum benötigt
Auf 42 Wohnungen und Häuser seien Schutzsuchende in der Gemeinde derzeit verteilt, schwerpunktmäßig lebten sie in Edewecht und Portsloge, in allen Gemeindeteilen suche man weiteren Wohnraum. Betreut würden die Flüchtlinge durch hauptamtliche Mitarbeiter und viele Ehrenamtliche, die mit großem Engagement und auf vielfältige Weise Integrationsarbeit und Hilfe im Alltag leisteten.
In einem der Häuser der ehemaligen Heimvolkshochschule sollen, so der Leiter des Ammerländer Jugendamtes, Wolfgang Diedrich, 14 bis 17 männliche Jugendliche untergebracht werden, die ohne Verwandte als Flüchtlinge gekommen seien und derzeit in der Jugendherberge Zwischenahn lebten. Diese müsse jedoch zum 31. März geräumt werden. Um die jungen Leute kümmerten sich in Zwischenahn und später in Husbäke rund die Uhr Mitarbeiter des Vereins Amando (Rastede).
Vor allem Familien wolle man in den beiden anderen Gebäuden unterbringen, sagte Petra Knetemann. Man ginge davon aus, dass dazu noch einige alleinreisende junge Männer kämen. Auch diese Menschen würden sozialpädagogisch betreut, nachts werde es zudem einen Ansprechpartner für sie, aber auch für Nachbarn und andere, geben. Knetemann warb dafür, dass sich Husbäker als „Familienpaten“ zur Verfügung stellten, die Flüchtlinge im Alltag unterstützten.
Viele Fragen gestellt
Zwischen den Ausführungen wurden viele Fragen gestellt. Einige Bürger äußerten Sorgen und Ängste vor Übergriffen und Störungen, z.B. durch das unerlaubte Betreten von Grundstücken. Ein unmittelbarer Nachbar des Gebäudekomplexes forderte einen Schutzzaun. Andere fragten, inwieweit die Gemeinde Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen verhindern könne. Man versuche, bei der Belegung darauf zu achten, dass die Zusammensetzung passe, hieß es. Eine Frau kritisierte, dass sich viele Husbäker – unabhängig von Flüchtlingen – nicht sicher fühlten, weil die Edewechter Polizeiwache nachts nicht mehr besetzt sei und es ewig dauere, bis Polizei aus Zwischenahn oder Oldenburg anrücke. Mehrfach wurde gefragt, wie viele Flüchtlinge überhaupt noch kämen. Das wisse man nicht, hieß es.
Andere appellierten dafür, dass man Flüchtlingen offen begegnen solle. Sie könnten das Vereins- und das Dorfleben bereichern. Wie Natascha Börgers und Dörte Horstmann vom Verein Amando sagten, der die jugendlichen Flüchtlinge in Husbäke betreuen wird, würden viele der Jungen gern Fußball spielen.
Die neue Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Heimvolkshochschule soll bei einem „Tag der offenen Tür“ im März vorgestellt werden.
