Sande - „Der Wind in Sande weht stark von vorn“, erklärte Bürgermeister Stephan Eiklenborg am Ende seiner ersten Neujahrsansprache als neuer Sander Verwaltungschef. „Aber wir haben gute Ideen, den Willen und viele engagierte Bürger, um Sande wieder nach vorn zu bringen.“

Rund 300 Bürger der Gemeinde Sande, darunter zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens sowie Gäste aus den Nachbarkommunen, trafen sich am Sonntagvormittag in der Pausenhalle der Oberschule Sande zum politischen und gesellschaftlichen Start ins neue Jahr. Zu denen, die die besten Wünsche für 2015 überbrachten, gehörten auch Sandes Ausrufer Hinrich Janßen und seine jeverschen Kollegen Heiko Sanders und Heinz-Georg Wendel.

Für musikalische Akzente sorgten die Musiklasse der Oberschule unter Leitung von Sina Ohlmann sowie der Pop- und Jazzchor Canta Mare unter Leitung von Susanne Siefken.

Bürgermeister Stephan Eiklenborg griff für seine Neujahrsansprache das Motto „Neue Wege“ der Oberschule auf und schnitt das Thema demografischer Wandel an, das sich in Sande nicht zuletzt an der Zukunft der drei örtlichen Grundschulen festmacht. „Sande hatte 2014 lediglich 34 Geburten – versuchen Sie mit diesen Zahlen, die Grundschulen zu füllen“, so Eiklenborg.

Der grundlegende Wandel der Altersstruktur der Gesellschaft mache auch eine neue Wohnungspolitik erforderlich. Eiklenborg sprach sich dagegen aus, „zu viele“ Neubaugebiete auszuweisen. Er sehe vor allem Bedarf an zentrumsnahen bezahlbaren Wohnungen für Alleinstehende, für junge Paare und für Senioren. Auch für Studenten der Fachhochschule in Wilhelmshaven könnte Sande interessanter Wohnstandort sein.

Großes Thema in Sande wird der Zuzug von Flüchtlingen sein. Knapp 40 Personen werde Sande in diesem Jahr aufnehmen. Wer Wohnraum zur Verfügung stellen könne, möge sich bei der Gemeinde melden. Großes Lob sprach er den Integrationslotsen aus, die den Neuankömmlingen aus aller Welt helfen, sich in neuer Umgebung zurechtzufinden und willkommen zu fühlen. Auf die Integrationslotsen, die weitere Verstärkung benötigten, komme in nächster Zeit viel (ehrenamtliche) Arbeit zu. Eiklenborg kündigte zudem an, für die vielen ehrenamtlich engagierten Bürger der Gemeinde, ganz gleich ob im Verein, bei der Feuerwehr oder im Familienbündnis, eine Ehrenamtskarte einzuführen.

Von den großen Bauprojekten ging Eiklenborg vor allem auf die Bahnumgehung ein. „Die Bahnumgehung ist noch nicht wirklich sichtbar“, so Eiklenborg. Doch es werde mit Hochdruck an dem Projekt gearbeitet. Er gehe davon aus, dass das Projekt noch „in meiner ersten Amtszeit“ abgeschlossen wird.

Der Bau der Bahnüberführung Deichstraße werde im Sommer 2016 so weit seit, dass Autos nicht mehr vor geschlossener Schranken warten müssten, wenn die Züge fahren.

Hoffnungen für 2015 liegen vor allem in der von Reichelt Elektronik angekündigten Investition sowie in der Eislaufhalle, die zurzeit in der Nähe der Diskothek Twister entsteht.

Eiklenborg appellierte zudem, das Bürgermobil vermehrt zu nutzen, um das Projekt dauerhaft in Sande zu etablieren.

Ein Thema, das in Sande 2015 auf die Tagesordnung kommen werde, sei die Straßenausbaubeitragssatzung, so Eiklenborg. „Ob die Satzung dann auch umgesetzt wird, wird man sehen, aber die Diskussion wird kommen.“

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever