Oldenburg - Jürgen Krogmann (SPD) wollte am Montagabend vom Rat ein Signal, „dass wir uns nicht wieder schlafen legen“. Damit meinte er, den Bau eines Fußballstadions an der Maastrichter Straße ruhen zu lassen.
Und der OB bekam dieses Signal: Einstimmig votierte der Stadtrat dafür, die Machbarkeitsstudie und die Wirtschaftlichkeitsprüfung in Auftrag zu geben. 120 000 Euro werden dafür in den Haushalt gestellt (NWZ berichtete).
Allerdings wurde auf Wunsch der CDU der Beschluss dahingehend modifiziert, dass nicht nur ein Fußballstadion, sondern auch die Option einer Komplementärnutzung inklusive Hotel und moderner Multifunktionshalle geprüft wird. Dem würde man vor allem zustimmen, meinte Ratsherr Hans-Peter Bloecker.
Wie Krogmann ausführte, geht es zum einen um die Frage, wie ein Stadion architektonisch aussehen könnte und zum anderen darum, wie es wirtschaftlich betrieben werden könnte. „Eine gute Sportstätte ist die Voraussetzung für guten Sport“, meinte er und führte als Beleg die EWE-Baskets und die VfL-Handballfrauen an. „Und der Fußball ist nun mal der Breitensport Nr.1.“
Ratsherr Hans-Henning Adler (Linke) verwies auf wirtschaftliche Faktoren: Die Fußballfans würden auch Geld in die Stadt bringen bei ihren Besuchen. „Oldenburg hat von den Einwohnern her und vom Umland das Potenzial zu einer Fußballstadt“, meinte er. „Wir brauchen ein Stadion, wo man den Heimvorteil erleben kann.“ Und er erinnerte an „die Hölle des Nordens“ im alten Donnerschwee-Stadion. Das Marschwegstadion sei für die dritte Liga nicht geeignet.
SPD-Fraktionschef Bernd Bischoff forderte beides: „Den sportlichen Erfolg des VfB und ein neues Stadion“. Allerdings solle das Marschwegstadion für den Breitensport erhalten bleiben.
Grünen-Fraktionssprecher Sebastian Beer bekräftigte die Grünen-Forderung nach einem Bürgerentscheid, nachdem die Machbarkeitsstudie vorliege. Seine Fraktionskollegin Rita Schilling ergänzte, man wisse von der vorherigen Planung, dass man hier von Summen in Höhe von 27,5 Millionen Euro spreche. „Das müssen wir uns alles noch einmal sorgfältig anschauen.“
