Die ökumenische Gemeinschaft von Taizé in Südfrankreich wurde vor mehr als 60 Jahren von dem gebürtigen Schweizer Roger Schutz gegründet. Der Sohn eines reformierten Schweizer Pfarrers und einer Französin war 1940, mitten im Zweiten Weltkrieg, nach Frankreich gegangen und hatte sich in der burgundischen Ortschaft Taizé niedergelassen. Dort wollte der Protestant dazu beitragen, die Wunden des Krieges zu lindern. Schutz versteckte gefährdete Flüchtlinge, vor allem Juden, und betreute später auch deutsche Kriegsgefangene. 1949 verpflichteten sich Schutz und sechs Gleichgesinnte mit dem klassischen Ordensgelübde zu einem klösterlichen Dasein. Mit der Gründung der Konfessionen übergreifenden Gemeinschaft wollte Schutz, der sich später Frère (Bruder) Roger nannte, ein Zeichen gegen die Zerrissenheit des Christentums setzen.