Jever - Im dritten Vortrag des Winterprogramms der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz (WAU) Jever ist am Dienstag, 9. Dezember, Dr. Michael Raupach vom Senckenberg-Institut Wilhelmshaven zu Gast. Der Vortrag beginnt um 20 Uhr im Anton-Günther-Saal des Rathauses. Thema des Abends ist die „Molekulare Taxonomie – Artbestimmung mariner Organismen auf molekulargenetischer Grundlage“.

Eine Tierart zu bestimmen, scheint nicht schwierig zu sein. Die meisten können einen Feldhasen von einem Kaninchen unterscheiden und einem Ornithologen traut man zu, dass er Vogelarten eindeutig identifizieren kann.

Genau das kann aber kompliziert sein, wenn es um Nichtwirbeltiere geht, wie sie den größten Teil der Meerestierwelt ausmachen. Und selbst bei bekannten Wirbeltieren wie den Meeresfischen ist eine genaue Bestimmung der Larven kaum möglich.

Abhilfe können Untersuchungen des Erbguts schaffen: Durch molekulargenetische Analysen lässt sich eine Art sogar dann noch exakt bestimmen, wenn man keinen vollständigen Organismus mehr vor sich hat.

Die im April 2010 am Deutschen Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung/Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven gegründete Arbeitsgruppe „Molekulare Taxonomie mariner Organismen“ beschäftigt sich mit dieser Methode der Artbestimmung. Gegenstand der Untersuchung ist dabei die Tierwelt der heimischen Gewässer.

Entscheidende Bedeutung hat die Identifizierung von Arten etwa für die Beurteilung der Schutzwürdigkeit eines Gebiets und die Bewertung eines Biotops. Es können durch Art-Bestimmung der Larven und Eier Laichgründe und Laichzeit von Fischen erkannt und Fischereiquoten berechnet werden.