Berlin/Hannover - Der umstrittene Genmais 1507 wird mit großer Wahrscheinlichkeit für den Anbau in Europa zugelassen. Zwar sprachen sich bei einem Treffen der EU-Europaminister am Dienstag in Brüssel 19 der 28 Teilnehmer gegen die Genehmigung aus. Allerdings kam dabei nicht die nötige Stimmenzahl für eine Ablehnung zusammen. Damit liegt die Entscheidung bei der Kommission. Gesundheitskommissar Tonio Borg erklärte, er sei für die Zulassung.

Der genveränderte Mais der US-Saatgutfirma Dupont Pioneer ist resistent gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel und Mottenlarven. Zur Verwendung als Lebens- und Futtermittel ist er bereits erlaubt. Kritiker sehen Gefahren für die Umwelt.

Deutschland enthielt sich wie angekündigt der Stimme. „Es gibt in der Bundesregierung ganz unterschiedliche Auffassungen“, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth. Bundeslandwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) will den Genmais 1507 trotz der zu erwartenden Zulassung in der EU von deutschen Feldern fernhalten. „Ich hoffe, dass es uns gelingt, mit einer Ausstiegsklausel den Anbau in Deutschland zu verhindern“, sagte Friedrich in Berlin. Er gehe davon aus, dass die EU-Kommission demnächst den Anbau in Europa zulassen werde.

Enttäuscht reagierte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) auf die Enthaltung Deutschlands. Der Minister sprach sich klar gegen die Neuzulassung gentechnisch veränderter Pflanzen oder Tiere aus.