„Alter Straßenname wird zum Politikum“ (Ð vom 2. Oktober):
Der Erhalt des Straßennamens „Lebensborner Weg“ ist ein Zeichen der Stadt Schortens, dass die Geschichte Schortens, seines Umlandes und seiner Menschen nicht mit der NS-Zeit beginnt oder mit dieser endet.
Der Missbrauch eines Wortes oder Begriffes ist zu verurteilen, nicht das Wort oder der Begriff selber. Die Entfernung des Straßennamens „Lebensborner Weg“ würde Schortens auf eine NS-Zeit fokussierte geschichtliche Betrachtungsweise reduzieren.
Das Anbringen eines weiteren Schildes mit der Erklärung des Ursprungs des Lebensborner Wegs halte ich daher für eine gute und sensible Überlegung.
Dass ein solches Schild ein Signal für „keine feine Gegend“ sein soll, ist für mich nicht nachvollziehbar. Eher ist es ein Zeichen für ältere und jüngere Bürger, auf geschichtlich gewachsenem Boden zu leben. Die Nazi-Zeit gehört dazu. Aber nicht nur.
Schortens steht zu seiner Geschichte vor der NS-Zeit und lässt diese nicht aufgrund eines Missbrauchs von Begrifflichkeiten unter den Tisch fallen.
Volker Jakobs, Bockhorn
„Afghanistan bestimmt Leben im Regiment“, Bericht über Abschiedsappell der Objektschützer auf dem Fliegerhorst Upjever (Ð vom 10. September):
Die sachliche Berichterstattung über die Verabschiedung von Soldaten des upjeverschen Objektschutz-Regiments in den ISAF-Einsatz ist mir sehr positiv aufgefallen. Auf diese Weise wird deutlich, dass nicht irgendwelche „Rambos“ in Afghanistan um sich schießen. Es sind ganz normale Frauen und Männer aus der Nachbarschaft, die am Hindukusch im Auftrag des Bundestages und letztlich sogar der Vereinten Nationen – der Einsatz findet auf Grundlage der Resolutionen des Sicherheitsrat der UN statt – ihre Leben riskieren. Sie und ihre Familien tragen die Last der außenpolitischen Verantwortung unseres Landes.
Seit einiger Zeit wirbt eine Initiative unter dem Namen „Gelbe Schleife“ dafür, diesen Frauen und Männern sowie ihren Angehörigen, die ja mitzittern und sich ängstigen, Solidarität und Mitgefühl zu zeigen. Ich bin mir sicher, dass es vielen Soldatinnen und Soldaten hilft, die ungeheuren seelischen Belastungen des Einsatzes zu ertragen, wenn sie nach ihrer Rückkehr Menschen mit der „Gelben Schleife“ – unter diesem Namen im Internet zu finden – als Anstecker an Revers oder Jacke sehen.
Der Erlös aus dem Verkauf der Anstecker fließt in Kinderhilfsprojekte in Afghanistan sowie an das Soldatenhilfswerk.
Roland Bösker, Bremen
