Berlin - Stress am Arbeitsplatz, eine alternde Gesellschaft, eine größere Schere zwischen Arm und Reich. Wie krank sind die Deutschen? Hintergründe zum neuen Gesundheitsbericht der Bundesregierung.
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Wie ist die Lage in Deutschland |
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Allgemein steht es um die Gesundheit in Deutschland gut. Drei Viertel der Männer und Frauen bewerten ihren Gesundheitszustand als „gut“ oder „sehr gut“. Die Lebenserwartung ist hoch, auch zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es hier kaum noch Unterschiede. Sie liegt bei Männern bei 77,7 Jahren, bei Frauen bei 82,7 Jahren.
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Welche Faktoren beeinflussen die Gesundheit |
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Die größten Herausforderungen für die Gesundheit sind der demografische und soziale Wandel. Ein längeres Leben beansprucht den Körper mehr, zunehmende Gebrechlichkeit ist nur eine Folge. Erkrankungen wie Demenz treten häufiger auf. Stress am Arbeitsplatz hat Auswirkungen auf den Blutdruck und die Psyche. Die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich lässt sich an der Lebenserwartung und Häufigkeit von Diabetes ablesen: So haben Männer mit hohem Einkommen eine um elf Jahre höhere Lebenserwartung als Männer mit einem niedrigen Einkommen. Frauen mit niedrigem sozialem Status erkranken dreimal häufiger an Diabetes als sozial stärkere Frauen. Die Bundesregierung hat auf die Herausforderungen reagiert und die Pflege von älteren und kranken Menschen gesetzlich verbessert. Zur Bekämpfung von Diabetes soll in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut ein nationales Diabetes-Überwachungssystem aufgebaut werden.
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Was geben wir für die Gesundheit aus? |
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2013 lagen die Gesundheitsausgaben bei 314,9 Milliarden Euro. 87,6 Milliarden entfielen auf ambulant oder stationär erbrachte ärztliche Leistungen, rund 60 Milliarden auf pflegerische Leistungen. Für Arzneimittel wurden 47,8 Milliarden Euro ausgegeben, ein Anstieg um 10,7 Milliarden Euro seit 2003. Krankenhausbehandlungen kosteten 82,4 Milliarden Euro, die in Arztpraxen erbachten Leistungen 46,4 Milliarden Euro.
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Was sind die nächsten Schritte? |
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In Zukunft will die Bundesregierung insbesondere die Digitalisierung zur Gesundheitsversorgung besser nutzen. Dazu beschloss der Bundestag am Donnerstag das E-Health-Gesetz, das 2016 in Kraft treten soll. Es schafft die Grundlage für eine elektronische Gesundheitskarte. Sie vernetzt Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Versicherte und soll die Versorgung vereinfachen.
