Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Glos-Modell wird mehr Jobs schaffen

Von Christoph Slangen,

Redaktion Berlin

Frage:

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will einen Mix aus Kombilohn und Arbeitspflicht für Bezieher von Arbeitslosengeld II einführen. Wie beurteilen Sie dieses Modell?

Zimmermann:

Neu ist: Im Glos-Vorschlag wird allen das Arbeitslosengeld II garantiert, allerdings auch nicht mehr. Es gibt eine Leistung des Sozialstaates nur, wenn derjenige auch arbeitet. Ein-Euro-Jobs und Hinzuverdienstmöglichkeiten werden abgeschafft.

Frage:

Wie funktioniert das?

Zimmermann:

Die Grundidee des Vorschlags ist, dass der Arbeitslosengeld II-Bezieher von heute kaum zu überzeugen ist, einen Job anzunehmen, der vielleicht 100 Euro mehr als das Arbeitslosengeld II bringt. Mit Einführung der Arbeitspflicht sieht das anders aus: Wenn man ohnehin 38,5 Stunden in der Woche arbeiten muss, um Arbeitslosengeld II zu erhalten, wird man jeden Job am Markt annehmen, der mehr bringt. Rund 1,4 Millionen Leute sind nach unseren Berechnungen dann tatsächlich bereit, eine reguläre Beschäftigung aufzunehmen.

Frage:

Wie profitiert der Staat?

Zimmermann:

Für den Staat und die Sozialsysteme ergeben sich positive Effekte in Höhe von 25 Milliarden Euro – durch geringere Arbeitslosengeld II-Zahlungen, durch neue Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen. Etwa eine halbe Million Menschen wird auf Dauer übrig bleiben, die keine Chance am Markt haben. Für sie muss es öffentlich geförderte Arbeit und öffentliche Stellen geben, beziehungsweise einen Kombilohn mit Zuschüssen.

Frage:

Arbeitsminister Müntefering bevorzugt ein anderes Modell mit Kombilöhnen ohne Arbeitsverpflichtung.

Zimmermann:

Die Koalition ist im Moment auf dem Weg zu Mindestlöhnen und Kombilöhnen. Das führt dazu, dass sich nicht viel positives an der Beschäftigungsfront tun wird. Ich hoffe, dass der Glos-Vorstoß die Debatte in der Regierung positiv beeinflusst. Das Glos-Modell ist das beste, das man machen kann, um den Niedriglohnsektor zu beleben und Jobs zu schaffen.

das thema: Debatte um Arbeitspflicht

Klaus Zimmermann, Wirtschaftsexperte

Klaus F. Zimmermann ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit

Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Interview
Gilt als Kämpferin für Behindertenrechte: die Europa-Abgeordnete Katrin Langensiepen (Grüne) vor dem Werbeplakat „Ein Fest für Europa“ am Kröpke in Hannover

EUROPA-ABGEORDNETE KATRIN LANGENSIEPEN (GRÜNE) Sie kämpft in der EU für die Rechte der Menschen mit Behinderung

Stefan Idel Büro Hannover
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

BALLSPORT IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden
Stellten die Ausweitung des Konzeptes „Wilhelmshaven sicher“ auf den Busverkehr der Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft vor: (v.li.) Frank Rademacher (Geschäftsführer Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft Wilhelmshaven), Polizeidirektor Heiko von Deetzen, Projektleiter und Polizeihauptkomissar Tim Bachem und Oberbürgermeister Carsten Feist.

POLIZEIPRÄSENZ IM BUSVERKEHR Hausrecht der Polizei stärkt ab sofort Sicherheit in Bussen

Lutz Rector
Wilhelmshaven
Kommentar
Klimaaktivisten der Gruppe „Fridays for Future“ in Saarbrücken werfen Bundeskanzler Scholz vor, bei seinem Besuch in der vom Hochwasser betroffenen Region und in seiner Ansprache „die Klimakrise fahrlässig ausgeblendet“ zu haben.

UMWELTPOLITIK Durch mehr Klimaschutz gibt’s nichts zu verlieren

Jana Wolf Büro Berlin
Lara und Philipp Schumacher wollen gemeinsam mit ihren drei Kindern ein neues Leben auf Mallorca beginnen. Dafür bereiten sie seit Jahren alles vor – und der letzte, mehrmonatige Aufenthalt vor der Auswanderung begann mit einem herben Rückschlag.

BETROGEN UND ENTTÄUSCHT Emder Familie kämpft nach Betrug auf Mallorca um ihren Traum

Aike Sebastian Ruhr
Emden