GREBSWARDEN - Der Standortstreit um die geplante Biogas-Anlage, die Bernd Böschen und Hermann Engelbart in Grebswarden errichten wollen, geht in die nächste Runde. Der Bau- und Umweltschutz des Stadtrates vertagte den Beschluss über die Bebauungsplanaufstellung, weil die ausgewählte Fläche an der Burhaver Straße einigen Ratsmitgliedern zu dicht an der Wohnbebauung in Einswarden liegt. Auf Anregung von Manfred Wolf (FDP) und Dr. Tilman Kaethner (CDU) soll jetzt auf dem politischen Weg versucht werden, den Standort weiter westlich in ein Vogelschutzgebiet zu verlegen.
Tim Lorenz vom Amt für Stadtentwicklung hatte zwar vorgetragen, dass der Landkreis Wesermarsch dem Vorhaben in dem Vogelschutzgebiet kaum Genehmigungschancen gibt. Aber davon ließen sich Manfred Wolf und Tilman Kaethner nicht beeindrucken. Ihrer Meinung nach sollte es möglich sein, bei einem Gespräch im niedersächsischen Umweltministerium unter Beteiligung der Landtagsabgeordneten aus der Wesermarsch eine Ausnahmeregelung zu erwirken.
Der Ausschuss einigte sich darauf, das Ergebnis der Zusammenkunft in Hannover abzuwarten und dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden.
Die Investoren zeigten sich verwundert über die Kritik an dem von ihnen bevorzugten Standort. Denn für dieses Areal hatten sie ein Gutachten von der Landwirtschaftskammer erstellen lassen, nachdem weder in den Wohngebieten noch im Luisenhof-Sportzentrum der Grenzwert für Geruchsemissionen auch nur ansatzweise erreicht wird.
Am Freitag, 19. März, veranstaltet der Bürgerverein Blexen einen Informationsabend zum Thema Biogasanlage. Beginn ist um 20 Uhr in der Gaststätte Zur Alten Eiche.
