Berlin - Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erhofft sich von der Reform der Pflegeausbildung eine höhere Attraktivität für den Mangelberuf und eine Antwort auf neue Anforderungen in der Praxis. Bei der ersten Aussprache am Freitag im Bundestag zu dem Gesetzesvorhabens warnte die Opposition hingegen vor einer fehlenden Spezialisierung der Pflegekräfte. Eine höhere Attraktivität müsse bei besseren Arbeitsverhältnissen ansetzen, betonten Redner der Fraktion der Grünen und der Fraktion Die Linken, die eigene Anträge einbrachten.
Die Regierung will die bisher getrennten Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einer generalistischen Pflegeausbildung mit einheitlichem Berufsabschluss zusammenzuführen. Geplant ist eine Abschaffung des bisher teilweise zu zahlenden Schulgeldes sowie die Einführung eines Pflegestudiums. Die Regierung rechnet mit Mehrkosten von 320 Millionen Euro jährlich.
Gröhe betonte, dass die neue Ausbildung die Absolventen durch eine Vertiefung in einzelnen Bereichen und in der praktischen Ausbildung ebenso gut qualifiziere wie bisher.
Die Gesundheitsexpertin der Linken, Pia Zimmermann, sprach hingegen von einer „Schmalspurausbildung“, die zu keiner Aufwertung führe. Es sei unklar, wo die Qualifizierung stattfinde.
