Manchester - Großbritanniens Oppositionsführer Ed Miliband hat sich gut ein halbes Jahr vor der Parlamentswahl 2015 klar zur EU-Mitgliedschaft seines Landes bekannt. „Die Zukunft Großbritanniens liegt ganz klar innerhalb der Europäischen Union“, sagte Miliband am Dienstag beim Parteitag seiner sozialdemokratischen Labour Partei in Manchester.

Miliband, der im Mai 2015 zum Chef in der Downing Street gewählt werden möchte, nutzte den letzten Parteitag vor der Parlamentswahl zum Frontalangriff auf die Regierung des konservativen Premierministers Cameron. „David Cameron hat eine Hand an der Ausgangstür Europas“, sagte Miliband. Er warf dem Regierungschef vor, sich von der rechtspopulistischen Partei UKIP treiben zu lassen. „Das Volk kann sich weitere fünf Jahre mit David Cameron an der Spitze nicht leisten“, sagte Miliband. Sollte Cameron wiedergewählt werden, hat er für 2017 ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU in Aussicht gestellt.

Der Labour-Vorsitzende kündigte an, Steuersünder, Tabakfirmen und die Besitzer luxuriöser Wohnhäuser stärker zur Kasse zu bitten. Mit dem Geld solle etwa das staatliche Gesundheitssystem NHS gesichert werden. Tausende Pfleger und Krankenschwestern sollen neu eingestellt werden. Das Gesundheitssystem steht seit langer Zeit wegen gravierender Versorgungsengpässe in der Kritik.

Außerdem will Miliband tausende neuer Ausbildungsplätze nach deutschem Vorbild schaffen. „Die Deutschen machen diesbezüglich einen ausgezeichneten Job“, betonte Miliband. 2025 sollen in Großbritannien so viele junge Leute eine Berufsausbildung machen, wie zur Universität gehen, kündigte er an. Großbritannien verfügt derzeit nicht über ein einheitlich geregeltes System zur Berufsausbildung.