Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet „bemerkenswerte“ Erfolge im Kampf gegen schwere Tropenkrankheiten. Allein im Jahr 2015 hätten eine Milliarde Menschen Medikamente und Therapien gegen Krankheiten wie Dengue-Fieber, die Schlafkrankheit oder den parasitären Guinea-Wurm erhalten, teilte die Organisation am Mittwoch in Genf mit.

In den vergangenen zehn Jahren seien Dank einer effektiven Zusammenarbeit von Hilfsorganisationen und Pharmaunternehmen Millionen Menschen von Krankheiten und Armut gerettet worden, sagte WHO-Chefin Margaret Chan. 2007 hatten WHO, Regierungen, Hilfsorganisationen und Pharmakonzerne eine Zusammenarbeit gegen 18 Tropenkrankheiten beschlossen. 2012 einigten sie sich in der „Londoner Erklärung“ auf einen konkreten Plan.

Bei einigen der schlimmsten Krankheiten vermeldete die WHO nun große Erfolge: Im vergangenen Jahr seien nur noch 25 Fälle von Infektionen mit dem Guinea-Wurm registriert worden, der sich durch den Körper des Infizierten frisst. 1989 hatte es noch 900.000 Infizierte gegeben. Auch bei der Bekämpfung der Schlafkrankheit gab es laut WHO einen markanten Fortschritt: Habe es 1989 noch 37.000 Fälle gegeben, sei die Zahl bis 2015 auf 2.804 gesunken.

Weitere Fortschritte im Kampf gegen Tropenkrankheiten hängen dem Bericht zufolge vor allem von sauberem Trinkwasser und besseren Sanitärverhältnissen ab. Laut Weltgesundheitsorganisation leiden weltweit rund 2,4 Milliarden Menschen unter mangelhaften sanitären Verhältnissen; 660 Millionen haben unzureichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Auf zivilgesellschaftlicher Seite war die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates führend an der Kooperation beteiligt. Gates sprach angesichts der Ergebnisse von einem „Meilenstein in der globalen Gesundheit“.