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NWZonline.de Nachrichten Politik

Große Hoffnung auf schnellen Arzttermin

21.01.2016

Berlin Schluss mit langen Wartezeiten: Gesetzlich Versicherte in Deutschland haben ab kommenden Montag Anspruch auf einen Facharzttermin innerhalb von vier Wochen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben Terminservicestellen eingerichtet, an die sich Patienten telefonisch wenden können, die über eine Überweisung zum Facharzt verfügen – etwa zum Chirurgen, zu Hautärzten, Urologen, Orthopäden, HNO-Ärzten, Kinder- und Jugendpsychiatern oder Neurochirurgen. In einigen Regionen – etwa in Hessen und Baden-Württemberg – sollen im Laufe des Jahres auch Terminvergaben über zentrale Online-Plattformen möglich sein.

Die Ärzteschaft hatte die Regelung, die von der Großen Koalition im Zuge des neuen Versorgungsstärkungsgesetzes eingeführt worden war, lange bekämpft und hält sie auch weiterhin für überflüssig. Einige Mediziner hatten quasi bis zur letzten Minute noch auf einen Aufschub gehofft. Eher widerwillig werden die gesetzlichen Vorgaben jetzt bundesweit umgesetzt.

Doch wie groß ist der Handlungsbedarf überhaupt? Schon bei dieser Frage gehen die Meinungen auseinander. „Mehr als 60 Prozent der Befragten erhalten sofort oder innerhalb von maximal drei Tagen ein Termin bei ihrem Wunscharzt. Nur wenige halten die Wartezeit für zu lang“, sagt Kassenärzte-Präsident Andreas Gassen. „Im internationalen Vergleich zeigt sich immer wieder, dass wir in Deutschland mit die geringsten Wartezeiten auf einen Arzttermin haben.“

Gesundheitsexperten der Großen Koalition verteidigen die Regelung zur Termin-Garantie. „Der Bedarf ist groß“, sagt SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach. „Privatversicherte werden in Deutschland deutlich bevorzugt. Gesetzlich Versicherte warten, wenn es kein Notfall ist, bisher oft Monate auf einen Termin.“ Dabei leiste sich kein Land eine so hohe Facharztdichte wie Deutschland, insbesondere in Großstädten und Ballungszentren.

Auch die Krankenkassen kritisieren die bisherige Vergabepraxis für Termine. „Privatversicherte bekommen häufig schneller einen Termin. Offensichtlich gehen viele Ärzte davon aus, dass diese für sie lukrativer sind“, erklärt Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Die Mediziner warnen die Patienten vor allzu hohen Erwartungen. „Über die Terminservicestelle werden keinesfalls Wunschtermine beim Wunscharzt vermittelt“, erklärt Gassen. „Wir werden sehr genau beobachten, wie die Termin-Garantie in die Praxis umgesetzt wird. Wenn es Probleme gibt, werden wir das sehr schnell von den Patienten erfahren“, droht hingegen SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach. „Wenn es nicht funktioniert, muss es eine andere Lösung geben, an der die Kassenärztlichen Vereinigungen nicht mehr beteiligt sein werden.“

Rasmus Buchsteiner Korrespondentenbüro Berlin
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