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Ausstellung „Nein“ heißt „Nein“ – Fotoprojekt gegen Gewalt

Großenkneten - In Hollywood gab es in jüngster Vergangenheit wieder vermehrt Anschuldigungen gegen Filmgrößen. Der Vorwurf: sexuelle Gewalt an Frauen. Prominente sollen viele Frauen gegen ihren Willen angefasst, sexuell bedrängt und belästigt haben. „Die Liste ließe sich leider unendlich fortsetzen. Nicht nur im Promi-Bereich, sondern in allen Gesellschaftsschichten, in allen Ländern und jeden Tag. Überall. Gewalt an Frauen hat unendlich viele Gesichter“, führte die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Großenkneten, Antje Oltmanns, am Montag ein.

Gewalt immer aktuell

Bis Freitag, 1. Dezember, ist die Foto-Ausstellung „Nein zu Gewalt an Frauen" zu den Öffnungszeiten des Rathauses Großenkneten im Eingangsbereich und in der ersten Etage zu sehen. „Leider ist Gewalt an Frauen immer noch ein großes Thema. Es war immer und wird immer aktuell bleiben. Deshalb wollte ich etwas tun“, erklärte der Initiator des Fotoprojektes, Stephan Behrens aus Hatten.

In seinem unmittelbaren Umfeld erlebte er, wie das Leben einer Freundin sich schlagartig änderte, als sie nach einem Discobesuch vergewaltigt wurde. Erst vier Jahre nach dem Vorfall und einer Behandlung in einer psychiatrischen Klinik sei die Frau wieder zurück zu sich selbst gekommen und könne sich langsam zurück ins Leben kämpfen. Doch nichts sei wie zuvor.

„Und das ist nur ein einziger Fall. Wir wissen, dass rund 35 Prozent aller Frauen in ihrem Leben sexuell belästigt wurden. Die Dunkelziffer dürfte deutlich darüber liegen. Das gibt enorm zu denken und ist eine sehr traurige Zahl“, sagte der Bürgermeister der Gemeinde Großenkneten, Thorsten Schmidtke. Es sei auf dieses Thema bezogen, mehr Sensibilität gefordert.

Aufruf bei Facebook

Stephan Behrens tat sich mit dem Rasteder Fotografen Roland Nappe zusammen. Sie starteten bei Facebook einen Aufruf und baten die Menschen um Mithilfe. Wer würde sich für „Nein zu Gewalt an Frauen“ ablichten lassen?

32 Frauen und fünf Männer machten letztendlich mit. Die Werke wurden der Gemeinde Hatten angeboten, die diese kaufte und nun der Gemeinde Großenkneten ausgeliehen hat. „Ich bin so froh, dass es motivierte und couragierte Menschen gibt, die helfen, dieses wichtige Thema wieder und wieder ins Bewusstsein zu rücken“, bedankte sich Oltmanns bei den Models.

Eine von ihnen ist Anne Papen. Die 24-Jährige fasste das Ziel des Projektes zusammen: „Es geht darum, zu zeigen, dass nicht die Frauen die Schuld tragen. Die Perspektive auf dieses Thema muss sich einfach verändern. Egal, welche Kleidung ich trage – es ist nie eine Einladung zum Anfassen. Und Nein bedeutet einfach Nein.“ Körpergrenzen gegen den Willen zu überschreiten, sei in keinem Falle zu akzeptieren.

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