Wer von Edgar Autenriebs Worten am Montag unbeeindruckt blieb, muss schon ziemlich hart sein. Das haben auch die anderen Fraktionen und die Verwaltung bemerkt – und die Sozialkarte trotzdem abgelehnt. Dabei laufen viele Gegenargumente ins Leere. Stigmatisiert werden Kinder nicht erst, wenn sie mit einer Kurkarte an der Schwimmbadkasse stehen. Das Stigma kommt schon, wenn sie Ausreden erfinden, um den Klassenkameraden nicht erklären zu müssen, dass das Geld für einen Schwimmbad-Besuch nicht reicht.

Aktionen wie die des Vereins „Glücksbringer am Meer“ sind ein zweischneidiges Schwert: Natürlich helfen sie. Aber wie Tafeln und Suppenküchen nehmen solche Charity-Aktionen der Gesellschaft auch den Druck, ihre Aufgabe als echte Solidargemeinschaft zu erfüllen. „Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“: Das ist ein sperriger Ausdruck – aber diese Teilhabe ist wichtig, besonders für Kinder. Sie sollte selbstverständlich sein und nicht von der Großzügigkeit einzelner abhängig. Wirklich problematisch ist nur die Abgrenzung. Denn tatsächlich ist das Geld auch bei vielen knapp, die gerade eben keine Sozialleistungen mehr beantragen können. Auch diese Familien hätten Unterstützung verdient.

Eine hoch verschuldete Gemeinde wie Bad Zwischenahn kann sicher nicht die sozialen Problem lösen, die auch die Bundes- und Landespolitik nicht lösen kann oder will. Einen kleinen Beitrag könnte sie dennoch leisten. Unbürokratische Hilfen sind noch am ehesten auf dieser Ebene möglich.