Berlin - Bei den Grünen ist ein Streit über einen Mindestpreis für Fleisch entbrannt. Fraktionschef Anton Hofreiter erteilte entsprechenden Überlegungen aus den eigenen Reihen eine Absage. „Ich halte staatlich verordnete Mindestpreise nicht für den richtigen Weg“, sagte Hofreiter am Dienstag im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion.

„Ich will die Vermachtung im Handel aufbrechen, Marktstrukturen fairer gestalten und die Fördergelder neu verteilen.“ Eine Diskussion um Dumpingpreise sei angesichts der Krise der Bauern richtig. „Die Einführung von Mindestpreisen ist ein Debattenbeitrag eines einzelnen Abgeordneten dazu“, meinte Hofreiter.

Der Grünen-Agrarexperte Friedrich Ostendorff hatte in einem Positionspapier einen Mindestpreis für Fleisch gefordert. „Der Handel sagt selbst, dass 70 Prozent der Fleischmenge im Supermarkt verramscht wird und im Sonderangebot erhältlich ist“, sagte Ostendorff. „Für 2,99 Euro kann niemand ein Kotelett gewinnbringend produzieren, bei dem es dem Tier zu Lebzeiten auch noch gut gegangen ist.“ Tierwohl und Qualität seien so nicht möglich. „Wir brauchen Mindestpreise und müssen Dumpingpreise verbieten“, verlangte Ostendorff.

Fraktionschef Hofreiter hatte zuletzt gefordert, gemeinsam mit einer Preiserhöhung für Fleisch den Hartz-IV-Satz so anzuheben, dass auch Arbeitslose sich das Fleisch leisten könnten.